Tom Bayer: “In Guntramsdorf sind Superhelden zu Hause”

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Mit der neuen Single „Superhelden“ sagen Tom und Ulrike Bayer herzlich Danke! Im Interview mit bezirkmoeding.at erzählt Tom Bayer, welche Rolle Guntramsdorf im dazugehörigen Video spielt, was den Bezirk Mödling für ihn so lebenswert macht und welchen Einfluss seine Umgebung generell auf seine Musik hat.

Wie bist du auf die Idee zum neuen Song „Superhelden“ gekommen?

Tom Bayer: Frust und Ungeduld bestimmen den Alltag, das ist überall zu spüren. Unser Denken wird seit einem Jahr von einem dominierenden Thema beherrscht. Aber ich habe mir gedacht: Es muss doch auch in dieser Situation etwas Positives geben! Und plötzlich hatte ich eine Idee: Ich will einfach all jenen Menschen „Danke“ sagen, die sich für uns voll ins Zeug legen, zum Beispiel in der Pflege und der Betreuung, bei der Feuerwehr und beim Roten Kreuz.

Und dann hast du die Idee gleich umgesetzt?

Genau, Text und Musik waren in wenigen Stunden fertig. Dann bin ich mit Ulrike, meiner Frau, ins Studio gegangen und habe die Nummer aufgenommen. Es ist alles Schlag auf Schlag gegangen.

Wie hat sich das Virus auf dein Leben als Musiker ausgewirkt?

Unsere Passion, vor Publikum zu spielen, konnten wir im vergangenen Jahr kaum ausleben. Nur in den Sommermonaten ging ein bisschen was, aber die Angst der Veranstalter und die vielen sich ständig ändernden Regeln haben es uns nicht leicht gemacht. Wir konnten oft nicht mit ganzer Band spielen und mussten kurzfristig umdisponieren. Es fehlt schon sehr.

Bild: Angelo Kreuzberger

Stimmt es, dass du alle Instrumente selbst eingespielt hast?

Ich spiele zwölf Instrumente, darunter Gitarre und Bass professionell. Daher konnte ich alle Aufnahmen für „Superhelden“ selbst im Studio einspielen. Normalerweise arbeite ich in mehreren Bands mit vielen tollen Musikerinnen und Musikern zusammen, sowohl auf der Bühne als auch im Studio. In einer Pandemie funktioniert aber vieles anders. Aber dass Paul McCartney gerade sein drittes Solo-Album ebenfalls vollständig selbst aufgenommen hat, hat mich motiviert.

Eigentlich kommst du ja aus der Jazz-Szene. Warum ist „Superhelden“ jetzt ein Popsong geworden?

Weil er ein breites Publikum ansprechen und leicht ins Ohr gehen soll. Daher ist es eine Pop/Rock-Nummer mit deutschem Text geworden. Meine Wurzeln liegen aber eigentlich im Soul-Funk der goldenen Disco-Ära der 1970er Jahre mit soften, gefühlvollen, jazzigen Elementen.

Du bist Guntramsdorfer – und Guntramsdorf spielt auch eine wichtige Rolle im „Superhelden“-Video. Wie ist dazu gekommen?

Wir haben den fertigen Song ein paar Freunden vorgespielt und von allen Seiten positives Feedback bekommen. Gerald Berthold, ein renommierter Tonmeister, hat dann den Mix Radio-tauglich gemacht und der junge Guntramsdorfer Filmemacher Georg Gangoly war auch sofort mit an Bord. Und wir haben von der Gemeinde Guntramsdorf großartige Unterstützung bekommen: Wir durften in einer Corona-Teststation und in einem Ärztezentrum drehen und auch die Feuerwehr begleiten. Gut 90 Prozent des Videos sind somit im Bezirk Mödling entstanden, den Rest haben wir über der Grenze in einer Integrativ-Werkstätte in Ternitz gedreht.

Du schreibst in deinem Pressetext, dass alle Beteiligten auf ihre Gage verzichten – warum tun sie das? Was bedeutet deinen Mitstreitern dieses Projekt?

So viele Menschen haben sich zur Verfügung gestellt, weil sie Teil des Projekts sein wollten. Sie sind zum Beispiel bei niedrigen Plusgraden vor der Teststation Schlange gestanden. Alle waren froh, endlich einmal bei etwas Positivem dabei sein zu können. Somit sagen wir mit unserem Song nicht nur den vielen Superheldinnen und Superhelden Danke, sondern auch allen, die uns bei diesem Song unterstützt haben.

Stammst du eigentlich direkt aus Guntramsdorf?

Geboren und aufgewachsen bin ich in Wien, aber ich bin vor zehn Jahren nach Guntramsdorf gezogen.

Was macht das Leben für dich in Guntramsdorf und überhaupt im Bezirk Mödling für dich so besonders?

Das Landleben habe ich erst durch meine Frau kennengelernt; ihre Familie kommt vom Hochwechsel. Der Bezirk Mödling, und hier im speziellen Guntramsdorf, ist für mich eine erfrischende Mischung aus Landleben und dem urbanen Treiben, in dem ich als Musiker gelebt und gewirkt habe. Die Stadt ist immer in Schlagdistanz, aber die Gemeinschaft in unserem Bezirk ist viel harmonischer. Gerade jetzt, während der Pandemie, ist dieses „Gemeinsam schaffen wir das“-Feeling viel intensiver als in einem Gemeindebau in Wien, wo du deine Nachbarn kaum kennst. Und natürlich ist es bei uns afoch schee!

Hat dein Leben im Bezirk Mödling eigentlich einen Einfluss auf deine Musik, deine Texte? Und was steht als Nächstes auf deinem Plan?

Ich produziere gerade mein erstes Solo-Album. Es sind zehn teils heitere, teils ernste Ausschnitte aus dem Leben. Ich habe schon viele Songs und Texte geschrieben, doch immer für andere und sehr oft in englischer Sprache. Dieses Mal sind es meine persönlichen Gedanken in der Sprache, in der ich aufgewachsen bin. „Superhelden“ passt ganz gut dazu, obwohl es ein Duett und nicht in Mundart gesungen ist. Für mich spielt die Umgebung immer eine große Rolle, sie hat großen Einfluss auf die Kunst und den kreativen Schaffungsprozess. Speziell ein Text entstand nach einer sehr interessanten Begegnung in unserer Gemeinde. Aber Geschichten verstecken sich überall und warten darauf, erzählt zu werden.

Zur Person:
Tom Bayer, 51, ist Vollblutmusiker. Sein erstes Instrument war eine Mundharmoniker (sein Großvater war in den 1930er-Jahren ein legendärer Wiener Heurigen-Musiker), mit sechs Jahren bekam er seine erste Bontempi-Orgel, mit sieben seine erste Gitarre. Er studierte „Fusion Guitar“ am American Institute for Music und später Ethno-Musikologie an der Uni Wien und arbeitete als Live- und Studiomusiker in London und Paris.

Mit seiner Frau Ulrike (Mädchenname: Tisch) bildet Tom Bayer das Pop-Swing-Duo Bay.Tisch. Ihr Motto: „Geben Sie uns eine Bühne, dann geben wir alles.“

Weitere Infos:
www.tombayer.at
www.ulliundtom.at

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