Bezirk Mödling

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Schlösschen auf der Weide wieder in ursprünglicher Farbgebung

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Im Zuge der Fassadenarbeiten wurden weitere, spannende Einblicke in die Geschichte des Schlösschens gewonnen. So zeichnen sich im Keller spätromanische Mauerstrukturen ab. Spätmittelalterliche Erweiterungen führen zu einem langgestreckten Baukörper, der einst wohl als normales Ackerbürgerhaus gedient hat. Direkt neben dem Eingang in den Festsaal wurde sogar noch ein Stück einer frühbarocken Fassadengliederung mit Quetschputz, glatter Putzrahmengliederung und zweifärbiger Fassung aufgedeckt. Der barocke Bau hat sichtlich wesentliche Teile des alten Hofes integriert, seine aufwändige Fassadengliederung durch vorgesetzte Ziegelverblendungen gebildet. Eine weitere bedeutende Entdeckung war der vollflächige Nachweis einer einfärbigen Terracotta-Färbelung als barocke Erstfassung. Mit dieser wollte man sich wohl an das eben so gefärbelte Schloss Schönbrunn anlehnen, dessen Habsburger Kaiser auch als Medaillons das Schlösschen zieren.


In den letzten Monaten wurde im und am Schlösschen auf der Weide eifrig gearbeitet. Umfangreiche Sanierungsmaßnahmen wurden gesetzt, um das Schlösschen in altem Glanz wiederauferstehen zu lassen. Die Arbeiten am Schlösschen umfassten neben der deutlich sichtbaren Fassadensanierung auch eine Restaurierung der Fenster und Wetterbalken sowie einer Erneuerung des Bodens im Inneren und dem Einbau einer Fußbodenheizung im Kuppelsaal. Hier wurde außerdem eine weitere Beleuchtungsmöglichkeit installiert, um den Saal für Veranstaltungen hell erleuchten zu können. Last but not least wurde der Eingangsbereich umgestaltet.
Um der ursprünglichen Farbgebung Rechnung zu tragen, wurde das Schlösschen nun nach der Sanierung auch terracottafarben gefärbelt.
(Die bunte Farbgestaltung, die es bis dato gab, stammte übrigens aus dem 20. Jahrhundert.)
Schlösschen auf der Weide vor der Sanierung im August 2019

 

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Der Abschluss der Arbeiten soll am 23. Oktober um 16 Uhr im Rahmen einer Open Air-Veranstaltung gefeiert werden.
Wer Interesse hat, das Schlösschen näher zu begutachten, ist am 23. Oktober um 16 Uhr herzlich dazu eingeladen in den Bergschenhoek-Park zu kommen. Die Blasmusik Maria Enzersdorf wird für die musikalische Begleitung und die Gemeinde für einen kleinen Imbiss sorgen.
Geschichte vom Schlösschen auf der Weide von Heidi Weyss
Das Schlösschen auf der Weide ist in seiner heutigen Erscheinung ein Bau aus etwa 1730, der Rest einer ehemals 4-flügeligen Anlage und eines mit einer Mauer umgebenen Landschaftsgartens. Heute sind nur mehr ein Seitenflügel und der ehemalige Mittelrisalit erhalten. Der hölzerne Turmaufsatz stammt aus dem 19. Jahrhundert.
Über die genaue geschichtliche Datierung des Schlösschens gibt es in der Literatur nur spärliche Angaben, Bauakten sind leider nicht vorhanden. Auch der Architekt ist unbekannt. Es wird zwar Joseph Emanuel Fischer von Erlach als Erbauer genannt, definitive Beweise für diese Urheberschaft gibt es jedoch keine.
Das Schlösschen, dessen Name früher „Maria-Theresien-Schlössl“ lautete, diente mit seinen angrenzenden Ländereien bis ins 20. Jahrhundert als adeliges Landhaus. Als Bauherr gilt Paul Grädl von Ehrenthal, danach wechselten die privaten Besitzer immer wieder. Von 1821 an gehörte das Schlösschen mehr als ein Jahrhundert lang dem Grafen Batthyányi. Nach weiteren Besitzern erwarb zuerst das Land NÖ, 1962 die Marktgemeinde Maria Enzersdorf das Bauwerk.
Das Schlösschen auf der Weide dient heute als Veranstaltungsort, der auch gerne für Firmen- und private Feiern genutzt werden kann.
Mehr dazu finden Sie auf der Webseite www.schlosshunyadi.at

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