„Preisschere“ bei Baugrund beträgt etwa 16 %

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Die aktuelle Krise hat erneut bekräftigt: Das Eigenheim mit Garten ist auch hierzulande ein höchst beliebtes Gut. Grundstückskäufe, die sich für ein entsprechendes Projekt eignen, sind jedoch rückläufig. Das zeigt eine Auswertung einer nationalen Immobilienplattform gemeinsam mit dem Grundbuchexperten IMMOunited. Die Anzahl an Transaktionen solcher Baugründe ist gegenüber der Vorjahres-Erhebung um knapp 6 % zurückgegangen. Im Gegenzug dazu ist der durchschnittliche Kaufpreis allerdings um ca. 8 % gestiegen.

Relativ viel Preisspielraum im Bezirk Mödling

Wenig Verhandlungsraum gibt es aktuell in Amstetten (3,80 %) und Neunkirchen (5,95 %) – beide Bezirke weisen rückläufige Werte auf. Unter 10 % liegen zudem noch die Bezirke Wiener Neustadt Land (6,82 %) und Gänserndorf (8,54 %). Besonders große Preisabstriche müssen Verkäufer derzeit neben Mistelbach auch in Melk (27,59 %) hinnehmen. In Lilienfeld (17,14 %), Scheibbs (16,92 %) und Mödling (16,21 %) ist der Preisspielraum ebenfalls (noch) groß.

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Um jedenfalls eine marktgerechte Preisfindung zu unterstützen, hat IMMOunited auch heuer die Angebots- und Verkaufspreise von Baugrund in ganz Österreich unter die Lupe genommen. Zwischen dem 1. Juli 2019 und dem 30. Juni 2020 lag die dabei ermittelte, durchschnittliche „Preisschere“ österreichweit bei 12,19 %. Die größten Differenzen finden sich in Neusiedl am See (29,24 %) und Mistelbach (28,93 %). Keinen bis kaum einen Unterschied gibt es hingegen in der Steiermark – konkret in Weiz (0 %) und Graz-Umgebung (0,74 %).

Was Grundstückspreise betrifft sind sich Verkäufer und Käufer in vielen Regionen Österreichs bereits recht einig. In etwa der Hälfte aller analysierten Bezirke liegt der Verhandlungsspielraum unter 10 %. Das zeigt, dass Gründe vielerorts bereits zu äußerst realistischen Preisen auf den Markt kommen.

Roland Schmid, Eigentümer und Geschäftsführer der IMMOunited GmbH: „Die Preisschere lässt sich nur durch die kontinuierliche Förderung der Transparenz am Immobilienmarkt schließen. Wenn allen Beteiligten die notwendigen Informationen vorliegen, können faire, realistische Deals gemacht werden. Das ist eine wesentliche Voraussetzung für einen stabilen Markt. Daran werden wir auch weiterhin gemeinsam arbeiten.“

Allgemeine Eckdaten

Abgesehen von den analysierten Angebotspreisen zeigen die Auszüge aus dem Grundbuch, dass über die vergangenen Jahre hinweg die durchschnittliche Größe eines gekauften Baugrunds in Österreich bei 972 m² lag. Die Käufer zahlten im Schnitt 189.935 Euro und sind rund 40,83 Jahre alt.

Mögliche Treiber der Preisschere

Die möglichen Ursachen für die Unterschiede zwischen Angebotspreisen und Verkaufspreisen sind vielfältig und variieren naturgemäß von Fall zu Fall: Hohe Abweichungen können beispielsweise mit einer überdurchschnittlich großen Anzahl teurer Baugründe begründet werden, die aber nur selten auch tatsächlich verkauft werden. Sollten diese kostspieligen Grundstücke ohne Verkaufserfolg wieder vom Markt genommen, oder der Verkauf zu einem deutlich niedrigeren Preis realisiert werden, öffnet sich die Schere. Hintergrund: In manchen Fällen liegen bezüglich Bewertung und Lage objektiv zu hohe Preisvorstellungen seitens der Abgeber vor. Oftmals stehen aber auch (beispielsweise im Hochpreissegment) durchaus realistische Preisvorstellungen einer zu kleinen, potenziellen Käufergruppe gegenüber.

Methodik

Für die Auswertung wurden Angebotspreise für ganz Österreich über zwölf Monate hinweg mit tatsächlich erzielten Kaufpreisen laut Kaufverträgen im Grundbuch verglichen. Dazu wurden rund 25.000 Inserate von Willhaben herangezogen, die im Betrachtungszeitraum Juli 2019 bis Juni 2020 online waren. Diese Rohdaten wurden um Dubletten bereinigt, mit Immobilienexperten realistische Bandbreiten für die Objekteigenschaften definiert und Ausreißer mit statistisch-mathematischen Methoden eliminiert. Alle Bauland-Transaktionen wurden aus dem Grundbuch erhoben und in einer Datenbank erfasst. Die Datenbereinigung erfolgte nach den gleichen Maßstäben wie bei den Angebotsdaten. Außergewöhnliche Ergebnisse im bezirksweiten Durchschnitt wurden einer erneuten inhaltlichen Qualitätskontrolle unterzogen und für den Bezirk atypische Grundstücke ausgeschlossen.

Für den Grundstücksvergleich wurde knapp 19.000 Transaktionen von Grundstücken, die sich für den Bau eines Einfamilienhauses eignen, aus dem Zeiträumen Juli 2018 bis Juni 2019 sowie Juli 2019 bis Juni 2020 herangezogen.

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