“Perchtoldsdorfer Schweigen” – In Perchtoldsdorf wird wieder gemordet

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Nach dem Erfolg seines Debüts „Tod in Perchtoldsdorf“ lässt Christian Schleifer seine Hauptfigur, die Winzerin Charlotte Nöhrer, erneut in einem kniffligen Kriminalfall ermitteln. Im Interview mit bezirkmoedling.at verrät der gebürtige Perchtoldsdorfer, warum sich gerade die malerische Gegend im Bezirk Mödling so gut als Krimikulisse eignet, was es mit seinem „Schüttelwein“ auf sich hat und welche Rolle der „Hiataeinzug“ in seinem neuen Buch „Perchtoldsdorfer Schweigen“ spielt.

Christian, was inspiriert dich, ausgerechnet die malerische Gemeinde Perchtoldsdorf zur Kulisse deiner Krimis zu machen?

Christian Schleifer: Ich kenne mich dort aus, bin dort aufgewachsen. Da muss ich nicht viel recherchieren, was neue Schauplätze angeht. Außerdem mag ich den Kontrast, dass in dieser eigentlich sehr friedlichen Gegend auf einmal das Böse darüber herfällt.

Wie bist du auf die Figur der Charlotte Nöhrer gekommen, einer ehemaligen Polizistin, die jetzt als Weinbäuerin über Leichen stolpert und die kniffligen Fälle gleich selbst löst?

So unspektakulär das auch klingt, aber sie war, als ich mit dem ersten (unveröffentlichten) Nöhrer-Krimi begann, mehr oder weniger fertig in meinem Kopf. Das ist ja mittlerweile über 20 Jahre her – damals habe ich mich auch noch in der Gothic-Szene herumgetrieben und da waren lesbische oder bisexuelle Beziehungen „gängiger“. Vielleicht habe ich sie deshalb unbewusst so geschrieben, wie sie ist…

Wie du im neuen Buch selbst schreibst: In Perchtoldsdorf kennt praktisch jeder jeden. Basieren deine Figuren denn auf wirklich existierenden Personen? Und wie sieht es mit den Schauplätzen aus?

Nein, bei den Figuren habe ich ganz bewusst darauf geschaut, dass sie keinen realen Personen ähneln. Bei den Schauplätzen ist das natürlich anders. Die in den Büchern beschriebene „Turmbar“ ist selbstverständlich die „Burgbar“. Die Kirche, die Burg, später auch das Kulturzentrum, die Heide und so weiter – die gibt es natürlich schon. Und weil etliche Leute schon gefragt haben: Nein, das Weingut Nöhrer, beziehungsweise diesen Heurigen, gibt es nicht wirklich. Der ist eine Mischung aus verschiedenen Perchtoldsdorfer Heurigen, dem Garten meiner Schwiegereltern und ganz viel Fantasie.

Aber gibt es auch das von dir in „Perchtoldsdorfer Schweigen“ beschriebe Tunnelnetz unter den Weinbergen tatsächlich?

Nicht, dass ich wüsste. Aber unmöglich scheint heutzutage ja nichts…

Eine spannende Rolle im neuen Buch spielt der Perchtoldsdorfer Hütereinzug – oder, wie die Einheimischen sagen: der Hiataeinzug. Erklär doch bitte den Lesern, die nicht aus der Gegend stammen, was an diesem Erntedankfest der Weinhauer so besonders ist – und zwar so besonders, dass es auf die Liste des UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen wurde…

Der Perchtoldsdorfer „Hiataeinzug“ ist das älteste Erntedankfest Europas. Deshalb steht es seit ein paar Jahren auch auf der Liste des UNESO-Weltkulturerbes. Abgesehen von der Messe geht es vor allem darum, die im Buch beschriebene „Pritsche“ von einem Weinhauer „tanzen“ zu lassen und – zum großen Gaudium der mehreren tausend Besucher der Veranstaltung – natürlich das „Gstanzlsingen“, bei dem von den jungen Weinhauern vor allem die politischen Geschehnisse des vergangenen Jahres in Reimform kommentiert werden. Ah ja, und dann gibt’s natürlich die Gratisproben des jungen Weins, die im Publikum verteilt werden.

Apropos Wein: Der spielt in deinen Büchern immer eine gewisse Rolle – welchen Wein trinkst du eigentlich selbst am liebsten?

Früher sehr gerne nicht zu schwere Rotweine, heute – mit fortgeschrittenem Alter – bevorzuge ich Rosé-Weine. Abgesehen vom Wirklichkeit gewordenen „Schüttelwein“, der ja ein Sparkling ist, habe ich da eigentlich den „Naked Rosé“ von Georg Nigl in Perchtoldsdorf am liebsten.


Welches Feedback hast du bisher aus Perchtoldsdorf bekommen?

Eigentlich nur positives. Bevor der erste Teil herausgekommen ist, habe ich mir gedacht, dass es eigentlich nur zwei Möglichkeiten gibt: Entweder man jagt mich ­– da ja nicht alles nett ist, was ich über den Ort schreibe – mit nassen Fetzen davon – oder es sind alle glücklich. Am Ende war es Letzteres.

Du bezeichnest dich selbst „gebürtigen Perchtoldsdorfer, gefangen im Leben eines Wieners“ – erklär uns das doch bitte ein bisschen.

Ich bin geboren und aufgewachsen in Perchtoldsdorf, meine Familie ist nach wie vor hier oder direkt an der Grenze zu Wien in Mauer beheimatet. Ich selbst bin während der Uni-Zeit nach Wien übersiedelt und dort hängen geblieben – der Liebe wegen. Bis auf ein paar kurze Ausnahmen habe ich immer im achten Bezirk gelebt und fühle mich trotz allem sehr wohl. Die Stadt hat ja auch ihre Vorteile.

Was vermisst du in Wien, wenn du an Perchtoldsdorf und den Bezirk Mödling denkst?

Dass man einfach schnell mal zu einem Heurigen auf ein Getränk gehen kann. Dass man von einer unfassbaren Menge an Natur und Grün umgeben ist. Und natürlich meine Freunde, die ich bei weitem nicht so häufig sehe, wie ich gerne würde.

Kannst du dir vorstellen, wieder aus Wien nach Perchtoldsdorf zu ziehen?

Ich schon…


Du hast also immer noch einen engen Bezug zum Bezirk? Gibt es auch Lokale, die du empfehlen kannst? Oder Rad- oder Wanderrouten? Irgendwelche Geheimtipps?

Ja, wie gesagt: der Großteil meiner engsten Freunde lebt nach wie vor in Perchtoldsdorf oder im Bezirk Mödling, dito der Großteil meiner Familie. Wegen der Krimireihe bin ich im vergangenen Jahr auch wieder viel öfter in Perchtoldsdorf und Umgebung gewesen. Ich liebe die Weinberge und kann da zum Beispiel einen Spaziergang durch die Hagenau empfehlen – dort ist ja auch das fiktive Weingut der Charlotte Nöhrer beheimatet. Für eine etwas längere Tour: Start hinter dem Sportplatz und rauf durch den Wald zur Teufelsteiner- oder Kammersteinerhütte. Was Lokale angeht: Ein Absacker in der „Turmbar“ ist immer noch gegangen…

Du erwähnst – am Rande – Skilifte, die es in der Umgebung von Perchtoldsdorf gegeben hat: Hast du daran selbst noch Erinnerungen?

Ja, ich erinnere mich noch dunkel, dass ich mit 14 oder 15 mit meinem Großvater in Breitenfurt bei einem Schlepplift war. Den hat es also definitiv gegeben. Aber „damals“ hat es halt auch noch wirklich jeden Winter massig Schnee gegeben.

Wie wird es mit deiner Krimiheldin weitergehen? Hast du schon Ideen für einen dritten Band?

Der dritte Band ist bereits fertig und auch für danach ist genug Stoff vorhanden. Bei anhaltendem Erfolg wird die Serie also ungehindert weiterlaufen. Die ersten drei Teile bilden jedenfalls eine lose Trilogie. Aber man kann völlig problemlos jeden Teil für sich lesen und wird alles verstehen und seinen Spaß haben.

Zur Person:
Christian Schleifer, Jahrgang 1974, ist gebürtiger Perchtoldsdorfer. Nach erfolgreichem Lehramtsstudium der Anglistik und Germanistik arbeitete er zwanzig Jahre lang als Sportjournalist, bevor er 2015 beschloss, sich mehr Zeit für seine Frau, die Zwillinge und das Krimi-Schreiben zu nehmen. „Perchtoldsdorfer Schweigen“ ist sein zweiter Krimi rund um die Ex-Polizistin und jetzt privat ermittelnde Winzerin Charlotte Nöhrer, 2020 ist „Tod in Perchtoldsdorf“ erschienen.

Offizieller Erscheinungstermin im regionalen Buchhandel ist der 20. Mai. Beim Emmons Verlag und auf Amazon ist das Buch bereits jetzt schon erhältlich bzw. vorbestellbar.

Fotos: Sebastian Räuchle /tiefenscharf.at

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