Mödling: 100 % Tschick im Kübel- Projekt zur Vermeidung von Zigarettenmüll

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Zigarettenstummel am Straßenrand sind ein alltäglicher Anblick. Nur die wenigsten wissen dabei, dass ein einziger „Tschick“ 1.000 Liter Wasser verunreinigen kann. Deshalb startet die Stadtgemeinde Mödling mit ihren Kooperationspartnern Saubermacher Dienstleistungs-AG, dem Mödlinger Saubermacher, dem Gemeindeverband für Abfallwirtschaft Mödling sowie der MVG das Projekt „100 % Tschick im Kübel. Mödling. Meine saubere Stadt.“ und präsentierte dieses bei einer Pressekonferenz im Hotel Babenbergerhof.

Bild: Daniela Jordan, Hans Roth, Stephan Pernkopf, Franziska Olischer, Hans Stefan Hintner, Hannes Hofer und Andreas Opelt (von links) präsentieren die neuen Aschenbecher sowie den Taschenbecher im Rahmen des Projekts „100 % Tschick im Kübel. Mödling. Meine saubere Stadt.“. Copyright: Bernhard Garaus
„100 % Tschick im Kübel. Mödling. Meine saubere Stadt.“

Projekt zur Vermeidung von Zigarettenmüll

Ein „Tschick“ am Boden ist gefühlt ein ähnliches Kavaliersdelikt, wie ein Apfelbutzen an den Straßenrand zu werfen. Mit der Wahrheit hat dies leider nichts zu tun. Bis zu 4.000 unterschiedliche Chemikalien stecken in einer Zigarette bzw. im Filter. 250 davon sind nach heutigem Wissensstand giftig, 90 sogar krebserregend. Jeder weggeworfene Zigarettenfilter ist also ein richtiges Chemielabor. Laut WHO sind die Stummel die am zweithäufigsten weggeworfenen Einwegartikel aus Plastik – und wiegen damit weit schwerer als das Plastik-Sackerl.

Etwa 80 Prozent der Zigarettenstummel weltweit landen per lässigem Fingerschnipser in der Natur und gelangen so in unser Ökosystem. 15 Milliarden Zigaretten werden jährlich in Österreich geraucht. Dadurch fallen rund 5.000 Tonnen Zigarettenstummel an. Und die Stummel verrotten nie zu 100 Prozent. Die wattigen Filter bestehen aus Kunststoff und sind äußerst robust. Anstatt zu verrotten, zerfallen sie zu Mikroplastik. Jedes dritte Stück Müll in unseren Ozeanen ist ein Zigarettenfilter. US-Studien legten offen, dass ein Stummel genügt, um in einem Gewässer 1000 Liter zu verunreinigen.
Gründe genug, um etwas dagegen zu tun, dass die „Tschick“ am Boden landen. Und damit Gründe genug für das Projekt „100 % Tschick im Kübel. Mödling. Meine saubere Stadt.“. Mit dem Rauchverbot in Lokalen ab 1. November 2019 wird das Problem mit weggeschnippten Zigarettenstummeln nämlich noch einmal größer werden.

Das Projekt teilt sich in zwei Schwerpunkte:

  1. Reduktion des durch Zigarettenstummel verursachten Littering-Problems
  2. Projektstudie zum Zigarettenmüll – Unterstützung der Statistik und Recycling-Versuche durch Mödlinger Abfallwirtschaft und Evaluierung von verschiedenen Verwertungsmöglichkeiten durch Saubermacher.

Der erste Schwerpunkt startet mit entsprechender Aufklärung durch ansprechende Drucksorten, die dank der Unterstützung der MVG, die mit der Verwaltung des österreichischen Trafikwesens betraut ist, in den Trafiken sowie in Partner-Lokalen verteilt werden. In einem zweiten Schritt soll das Projekt auch auf Parks, Spielplätze und stark frequentierte Plätze ausgedehnt werden. Außerdem informiert die Stadt Mödling über die Gemeinde-Homepage www.moedling.at sowie die Daheim in Mödling-App und ihre weiteren Informations-Kanäle. Um die Mödlinger Gastronomie zum Mitmachen und zur Unterstützung der Kampagne zu gewinnen, gab es vorab eine schriftliche Information seitens der Stadtgemeinde und des Mödlinger Saubermachers mit der Möglichkeit, sich als „Unterstützer“ anzumelden.
Damit erklärten sich die Gastronomen bereit, einen gebrandeten Outdoor- Sammelbehälter aufzustellen und dann auch das bereitgestellte Informationsmaterial in ihren Betrieben aufzulegen. 20 Lokale haben bereits zugesagt, mitzumachen. Die Behälter werden im Zuge der Stadtreinigung entleert und die Zigarettenstummel in extra Behältern getrennt gesammelt und können zur Unterstützung wissenschaftlicher Studien jederzeit abgerufen werden.
Als Alternative zum Wegschnippen der „Tschick“ unterwegs gibt es vom Abfallverband Mödling den „Taschenbecher“ zu beziehen. Joe Kadla vom GVU Melk entwickelte den dicht verschließbaren Reise-Aschenbecher, in dem Zigarettenstummel gesammelt werden können und die NÖ Umweltverbände unterstützen dieses Projekt für ganz Niederösterreich.
Durch das getrennte Sammeln der Zigarettenstummeln leistet das Projekt einen wesentlichen Beitrag, zur Projektstudie für den zweiten Schwerpunkt: Wir können so die Mengen abschätzen, Statistiken verifizieren und uns ein gutes Bild der Lage in Mödling machen. Wir können mit Realzahlen bei Studien und Untersuchungen teilnehmen. Und: Wir sind die ersten, die sauber getrennt erfasste Mengen zur Verfügung stellen können, sobald ein sinnvolles Recycling zustande kommt.
In einem ersten Schritt soll in einem festgelegten Testgebiet bei der HTL Mödling die Anzahl der Zigarettenstummel analysiert werden. Mit den Ergebnissen konfrontiert sollen die Schülerinnen und Schüler zu einem Umdenken angeregt werden. Dabei werden für zirka 2 bis 3 Wochen gezielte Maßnahmen gesetzt: Aufzeigen von Umweltauswirkungen in Unterrichtseinheiten, Taschenbecher verteilen, den Schülern die Wirkung der Maßnahmen/Ergebnisse der Analyse mitteilen. Im Anschluss wird geprüft, ob die Maßnahmen eine Änderung bewirkt hat oder nicht.
Ein weiteres Ziel ist es, ökologisch und ökonomisch sinnvolle Verwertungslösungen für Zigarettenmüll zu finden. Hier gibt es verschiedene Recyclinginitiativen, aber aufgrund der Schadstoffgehalte müssen die verschiedenen Optionen genau geprüft werden.
Die Gesamtkosten der Kampagne, die von den Projektpartnern zu gleichen Teilen getragen werden, betragen rund 15.000 Euro.

Statements der Projekt-Partner zu „100 % Tschick im Kübel. Mödling. Meine saubere Stadt.“:

Bürgermeister Hans Stefan Hintner: „Ich bin überzeugt, dass wir mit unserem Projekt auf dem richtigen Weg sind. Die Stadt Mödling ist einmal mehr Vorreiter! Wir zeigen, dass Umweltschutz uns wichtig ist und wir nicht nur darüber reden, sondern auch handeln.“
 
Franziska Olischer, Stadträtin für Abfallwirtschaft: „Es ist wichtig, bei den Raucherinnen und Rauchern ein Bewusstsein für die Zigarette als Müll-Problem zu schaffen. Das Echo bei den Gastronomiebetrieben ist sehr positiv, in nur wenigen Tagen haben sich 20 Gastronomen angemeldet. Mit der Unterstützung unserer Partner können wir eine enorme Breitenwirkung erreichen.“
 
Mag. Hannes Hofer, Geschäftsführer der MVG: „Wir beteiligen uns gerne bei diesem Projekt, um Verantwortung zu zeigen und an einer nachhaltigen Lösung mitzuarbeiten. Unsere zentrale Botschaft in diesem Projekt lautet: Trafikwesen übernimmt Verantwortung und beteiligt sich aktiv am globalen Thema Umweltschutz. In der Stadt Mödling gibt es neun Trafiken. Wir glauben, dass genau diese lokalen Anlaufstellen – als „Zigarettenquelle“ – die idealen Drehscheiben sind, um Raucher persönlich anzusprechen und optimal zu informieren. Wir sind überzeugt, dass das Projekt durch die Teilnahme unserer Trafiken an Wertigkeit und Bedeutung gewinnt.“
 
KommR Hans Roth, Unternehmensgründer und Aufsichtsratsvorsitzender der Saubermacher Dienstleistungs-AG: „15 Milliarden Zigaretten werden jährlich in Österreich geraucht. Wenn nur 20 Prozent davon in der Natur landen, so sind das pro Jahr 3 Milliarden Stück bzw. ca. 1000 Tonnen Kunststoffabfälle. Daher ist der erste richtige Schritt die Bewusstseinsbildung. Bei unseren Smart Waste Projekten in der Steiermark haben wir damit äußerst positive Erfahrungen gemacht. Mittels Direktfeedback über die Trennqualität im Restmüll konnten wir die Fehlwürfe um bis zu 50 Prozent reduzieren. Ich bin zuversichtlich, dass wir ähnliche Erfolge bei diesem Projekt sehen werden.“
 
Dr. Andreas Opelt, Direktor Vertrieb der Saubermacher Dienstleistungs-AG: „Bisher existiert kein gesonderter Umgang mit dieser Art von Abfall bzw. Littering. Das gilt auch für die Verwertung. Saubermacher prüft derzeit verschiedene Möglichkeiten. Das Recycling ist komplex, da die Zigarettenstummel aus vielen verschiedenen chemischen Stoffen bestehen. Natürlich gilt es dabei auch, die Wirtschaftlichkeit entlang des gesamten Verwertungsweges, von der Sammlung bis zum neuen Produkt zu berücksichtigen.“
 
Dipl. Ing. Daniela Jordan, Abfallberaterin des Gemeindeverbandes für Abfallwirtschaft für den Bezirk Mödling: „Verpass deiner Umwelt keinen Dämpfer. Der Niederösterreichische Taschenbecher hilft dabei“.
 
LH-Stellvertreter Dr. Stephan Pernkopf: „Das Projekt ‚100 % Tschick im Kübel. Mödling. Meine saubere Stadt‘ ist ein wichtiger Schritt im Kampf gegen die Umweltverschmutzung. Wir wollen unsere Heimat bewahren. Einen Zigarettenstummel irgendwo auf die Straße zu schnipsen ist genauso ein Unding, wie eine Alu-Dose in den Wald zu werfen. Umweltverschmutzung ist kein Kavaliersdelikt – letzten Endes zahlen wir alle und vor allem die künftigen Generationen die Strafe dafür.“

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