Krippenmuseum Vösendorf

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Wusstest du, dass wir in Vösendorf das 1. Niederösterreichische Krippenmuseum haben? Was zuvor noch ein verwahrloster Getreideschüttkasten war, ist heute direkt hinter dem Schloss Vösendorf eine liebevoll geführte Ausstellung, mit über 80 Krippen aus der ganzen Welt. Ein Altwarenhändler nutzte den Schüttkasten als Lager und räumt das Gebäude bis zu Decke an. In über 960 Arbeitsstunden wurden 660 m3 Sperrmüll aus dem Gebäude geschafft.

Die Mitglieder, Freunde und freiwilligen Helfer investierten mehr als 30.000 Arbeitsstunden und Materalien im Wert von über € 250.000 damit das Museum im heutigen Glanz erstrahlen kann.
Am 18. November 2004 wurde schließlich das 1. Niederösterreichische Krippenmuseum in Vösendorf eröffnet.

Wir haben Franz Wostalek (Gründer und Leiter des Museums) besucht, um mehr über das Krippenmuseum zu erfahren. In der Gaststube des Vereinsgebäudes erzählte er uns von seiner Kindheit in Oberösterreich und seinem Ziehgroßvater, der ihm die Liebe zum Krippenbauen mitgegeben hat. Seinen Beruf als Reiseveranstalter hat er vor ein paar Jahren an den Nagel gehängt, um sich im Ruhestand nun voll und ganz seinem Hobby und seiner Leidenschaft widmen zu können.

Von der volkstümlichen Tiroler Krippe bis zur Welt der Antike mit der orientalischen Krippendarstellung ist alles vertreten. Ausgestellt sind Szenen und Arbeiten im Gesamtschätzwert von ca. € 2 Mio. von Künstlern wie Auer Erwin, Gleinser Alois, Lanthaler Stefan, Pigozzi Antonio, Palazzo Umberto, Planer Hans, Riml Reter, Schrettl Peter, Volgger Peter um nur einige zu nennen.
Franz erzählte uns von seiner Erinnerungen als er die erste Krippe in die Ausstellung holte. Eine Auftragsarbeit von Peter Volgger aus Uttendorf im Pinzgau um damals 15.000 ÖS. Die Heilige Familie aus Lindenholz hat heute einen Schätzwert von ca. € 15.000 und hat sich als Lieblingskrippe von Franz einen festen Platz in der Ausstellung gesichert.

Gleich danach machte uns Franz auf das größte Kunstwerk in der Sammlung aufmerksam. Eine farbenprächtige und bis ins kleinste Detail sorgfältig geschnitzte Grippe von Johann Gwercher. Der ärmliche Familienvater von 17 Kindern aus Medraz besuchte die Schnitzschule in Innsbruck, um seine Familie mit dem Verkauf der Krippenfiguren besser unterstützen zu können.

Das Kunstwerk ist nicht nur die älterste Krippe, sie ist auch mit 2,4 x 1 Meter die größte im Museum.
Die kleinste Krippe in der Sammlung steht seit 1988 im Buch der Rekorde und wird 2020 ausgestellt. Sie wurde mit einem menschlichen Haar auf einen Nagelkopf gemalt und ist nur mit einer Lupe sichtbar. 2019 liegt der Schwerpunkt auf Krippen der ehemaligen Kronländer und Niederösterreich.

Zu den 17 österreichischen Kronländer gehörte auch das Königreich Böhmen. Grulich, das heutige Kraliky in Tschechien, liegt am Fuß des Adlergebirges in Nordböhmen. Im “Grulicher Ländchen” entfaltete sich am Ende des 18. Jahrhunderts eine beachtliche Holzschnitzerei in den Stuben des Bürgertums, der Handwerker und Bauern. Die “Mannlmacher” waren meist Saisonarbeiter, die von Oktober bis März zuhause in ihren bescheidenden Wohnstuben an der Schnitzbank saßen und dann im Frühjahr auf Wanderschaft gingen. Frauen und Kinder betätigten sich mit dem Bemalen der geschnitzten Figuren.

Die Krippenfiguren wurden mit Vorliebe in sogenanten Kastengrippen mit zum Teil phantastichen Stadtbildern von Bethlehem in Szene gesetzt. Deshalb sind Grulicher Krippen bis heute gut erhalten. Das 1. niederösterreichische Krippenmuseum ist im Besitz von drei Grulicher Krippen aus der Zeit um 1900.
Ca. 80 % der Ausstellungen sind keine Dauerausstellungen, sondern werden jedes Jahr durch andere Objekte erneuert! Uns sind sofort die Nachbildungen aus dem Bezirk Mödling ins Auge gestochen. Unverkennbar, der Turm von Perchtoldsdorf. Gebaut von Fritz Krottendorfer.

Oder eine von Franz selbstgebaute Krippe die eine Nachbildung einer Kreidezeichnung eines alten Weinhauerhof in Perchtoldsdorf darstellt.

Er zeigte uns auch den Nachbau der Vösendorfer Schlossschmiede als Weihnachtskrippe. Heute besser bekannt als Schlossheuriger der Familie Koza wurde das Gebäude in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts von der Vösendorfer Hufschmiede beherbergt und war Bestandteil des Vösendorfer Schlossbesitzes. 1725 wurde an einen privaten Hufschmiedemeister verkauft.

Im wunderschön mit Holz vollausgebauten Dachboden des Museums zeigte uns Franz auch den Vösendorfer Kreuzweg. Die einzige animierte Grippe mit Bild und Ton, die die Geschichte von Jesus am Kreuz erzählt.


 
Das Museum wird vom Krippenverein Vösendorf betrieben. Der am 26. Februar 1998 gegründete Verein steht heute unter der Obmannschaft von Rober Waffler. Robert nahm im Alter von neun Jahren an einem Krippenbaukurs teil. Seit dieser Zeit hat ihm der Krippenvirus nicht mehr losgelassen. 2012 konnte er durch sein Mitwirken am Weltkrippenkongress in Innsbruck viele neue Erfahrungen sammeln.
Der Verein bietet auch Krippenbaukurse an. Vom Grundkurs bis hin zur Wissenserweiterung mit Profis wie Francesco Farano ist alles dabei.

Alle Termine und mehr informationen dazu findest du hier.
Der Verein finanziert das Museum mit Mitgliedsbeiträgen, Spenden, Einnahmen aus dem Shop und natürlich dem Eintrittsgeld.
Der Eintritt beträgt € 2,50,-, Kinder unter 14 Jahre dürfen in Begleitung eines Erwachsenen die Ausstellung kostenlos besichtigen.
In der Hauptsaison (Mitte November bis Anfang Jänner) hat das Museum jeweils Samstag von 13 – 18 Uhr und Sonn- und Feiertag von 11 – 18 Uhr geöffnet. Am 24. Dezember kann man mit den Kleinen zwischen 10 – 12 Uhr das Warten aufs Christkind verkürzen.
Von April bis November öffnet das Museum jeden 1. Samstag im Monat von 14 – 17 Uhr seine Türen. Gruppen sind jederzeit nach telefonischer Anmeldung herzlich Willkommen.

Kontakt

Robert Waffler
Tel.: 0664 48 14 675
Mail: krippevoesendorf@a1.net

Web: https://krippenverein.jimdofree.com/

Anfahrt

Krippenmuseum Vösendorf
Johannisweg 2
2331 Vösendorf

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