Keine Hostien mehr aus Mödling

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on pinterest
Werbung

Die Steyler Missionare stellen mit Jahresende den Betrieb der fast 100 Jahre alten Hostienbäckerei, in der Mödlinger Herz-Jesu-Pfarre ein.

2018 wurden noch ca. 4 Millionen Hostien produziert, dennoch sinkt seit Jahren die Nachfrage in größten Hostienbäckerei Österreichs.

Der Rückgang an Messebesuchern in den vergangenen Jahren, die Zusammenlegung von Pfarren und die Auflösung von Klöster wirkte sich auf die Bestellungen der Mödlinger Hostien aus.

Weil für eine Weiterführung auch größere Investitionen in die Infrastruktur anstehen, sei eine „wirtschaftliche Fortführung der Produktion“ nicht möglich.

Johanna Nemetz, die Leiterin der 1926 gegründeten Hostienbäckerei, erzählt uns, dass es sehr schmerzt den Betrieb einstellen zu müssen.

“Für Bestellungen sind wir noch bis Ende November da. Wir sind sehr dankbar, dass wir mit den Karmelitinnen in Maria Jeutendorf eine Ordensgemeinschaft gefunden haben, die gerne weiter für Sie Hostien backen würde. Als kontemplative, betende Gemeinschaft in der Kirche dient ihnen die Hostienbäckerei als Lebensunterhalt.”

Das Team der Hostienbäckerei der Steyler Missionare. V.l. Michaela Eidler, Andrea Seif, Leiterin Johanna Nemetz, Katharina Gajic

Eine Mitarbeiterin könnte evtl. im Hausdienst der Steyler Missionare in St. Gabriel einen Platz finden. Johanna Nemetz geht mit ihren 67 Jahren nun endgültig in den Ruhestand. Die anderen beiden Damen wurden mit Ende des Jahres beim AMS gemeldet, wovon jedoch eine Dame nur noch ein Jahr bis zur Pensionierung hat.

So entstanden die Hostien aus Mödling

Zweimal wöchentlich war immer Backtag. Zunächst rührte Michaela Eidler einen Teig an, der nicht zu fest und nicht zu flüssig sein darf. Die richtige Mischung aus Weizenmehl und Wasser passt sie jedes Mal neu an, da die Beschaffenheit des Mehls nie hundertprozentig die gleiche ist. Pro Backtag verbrauchten sie um die 60 kg Mehl. (= 6.240 Kg Mehl pro Jahr)

Die große und durchaus geräuschvolle Hostienbackmaschine war seit 1972 im treuen Einsatz. Andrea Seif wusste mit ihr umzugehen. Nach jedem Backtag wurde die Maschine von den Mitarbeiterinnen liebevoll und gründlich gereinigt.

Die Maschine findet einen Platz im Privatmuseum der Firma Haas.

Katharina Gajic stanzte kleinere und größere Hostien aus den fertig gebackenen Platten. Zwischen dem Backen und dem Stanzen lagerten die hauchdünnen Teigplatten mehrere Tage in einem Befeuchtungsraum, damit sie beim Ausstanzen der Scheiben nicht zerbröseln.

Kritische Augen kontrollierten jede fertige Hostie, unregelmäßige Scheiben wurden aussortiert.

Der letzte Schritt war das Verpacken: Die kleinen Hostien wurden in Säckchen zu 250, 500 oder 1000 Stück abgepackt, die großen Hostien in Rollen zu 50 Stück.

Ein himmlisches Traditionsunternehmen aus Mödling schließt damit ende des Jahres für immer seine Pforten…

Werbung
Werbung

--- MEISTGELESEN ---

Finde hier:

Werbung

--- Zuletzt veröffentlicht ---