Fifi Pissecker: „Perchtoldsdorf ist so charmant“

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on pinterest
Werbung

Privat ist der 55-jährige Kabarettist, Schauspieler und Regisseur wesentlich bodenständiger, wie er uns während eines Spaziergangs mit einem ausgeborgten Hund durch die Weinberge seiner Heimat Perchtoldsdorf verrät. Wolfgang „Fifi“ Pissecker steht im Herbst wieder als zwielichtiger „Anatol“ für die ORF-Serie „Vorstadtweiber“ vor der Kamera, gedreht wird auch im Bezirk Mödling.

Fifi, bist ja ein Perchtoldsdorfer Urgestein…
Ja, das kann man so sagen. Ich lebe seit 55 Jahren hier und bin in der ganzen Zeit nur ein einziges Mal übersiedelt – nämlich in meiner Gasse von Nummer 4 auf Nummer 6.
Warum hat es dich gar so weit hinausgezogen in die große Welt, nämlich von zu Hause weg gleich bis ins Nachbarhaus?
Nummer 4 war mein Elternhaus und ich bin dort in dritter Generation aufgewachsen. Das Haus daneben hatte meiner Tante gehört. Ich habe es mit 23 umgebaut und gesagt: Ich liebe diesen Platz, ich möchte bleiben. Und das ist nach wie vor so.
Was ist so besonders an Perchtoldsdorf?
Die Atmosphäre und das Lebensgefühl! Perchtoldsdorf ist so charmant und obwohl du nur zwanzig Minuten von der Wiener Innenstadt entfernt bist, hast du die Natur wirklich immer vor der Nase. Die Unruhe der Stadt stoppt an der Grenze. Du findest hier eine sehr gute Infrastruktur und eine wahnsinnig hohe Lebensqualität.
Hat sich Perchtoldsdorf im Lauf der Zeit verändert?
Schon sehr, aber zum größten Teil zum Besseren. Die Grundstückspreise sind explodiert – wobei mir das persönlich zum Glück egal sein kann. Perchtoldsdorf ist wesentlich größer geworden, was an sich eher ein Nachteil ist – aber trotzdem nicht unpersönlicher. Wenn du solange hier lebst wie ich, hast du deine Kontakte und Freundschaften. Wenn ich durch den Ort gehe, treffe ich zehn Leute, mit denen ich mich sofort unterhalten kann. Nörgeln kann man ja immer, aber es ist schon eine große Gnade, hier geboren zu sein.
Bist du denn in Perchtoldsdorf zur Welt gekommen?
Stimmt, nein, geboren wurde ich in Wien-Hernals, im Krankenhaus Göttlicher Heiland. Aber gleich danach bin ich nach Perchtoldsdorf gezogen.
Deine Karriere als Kabarettist hat im Gymnasium in der Franz-Keim-Gasse in Mödling begonnen.
Ja, und da hatte ich großes Glück! Das Gymnasium in Perchtoldsdorf hat mit dem Jahrgang 1966 eröffnet – aber sowohl der Florian Scheuba als auch ich sind Jahrgang 65 und mussten noch nach Mödling ins Gymnasium. Hätten wir in dieser Schule nicht den Mini Bydlinski und den Werner Sobotka getroffen, hätte es Die Hektiker in dieser Form nicht gegeben. Wir haben die Gruppe ja mit 16 Jahren gegründet.
Wart ihr vier in der gleichen Klasse?
Flo und ich waren in der gleichen Klasse, der Werner in der Parallelklasse und der Mini war drei Klassen über uns. Das war überhaupt eine ganz besondere Schule: Die Helene Nigl war mit dem Werner in der Klasse, der Kabarettist Andreas Steppan und der Austronaut Franz Viehböck waren ein paar Klassen über uns. Da gab es eine ziemliche Promi-Dichte in dieser Schule…
 Du hast vorhin die hohe Lebensqualität erwähnt. Dafür sorgen natürlich gerade bei euch in Perchtoldsdorf auch die Heurigen. Zu wem gehst denn du am liebsten?
Ja, jetzt im Sommer ist gerade irrsinnig schön, irgendwo draußen im Garten zu sitzen. Aber ich habe keinen Lieblingsheurigen. Sie haben ja alle nur sechsmal im Jahr für jeweils zwei Wochen ausg‘steckt – und da variiere ich einfach. Ich gehe zu allen sehr, sehr gerne und versuche, mich bei jedem zumindest einmal im Jahr blicken zu lassen.

Gibt es Restaurants im Bezirk, die du besonders empfehlen kannst?
Ich gehe tatsächlich wahnsinnig gern zum Heurigen essen. Dort gibt es immer wieder regionale Angebote, zum Beispiel ein Beef Tatar von der Fleischerei Schöny aus Breitenfurt. Aber wo es natürlich immer nett ist, ist die Enoteca Amici Miei am Marktplatz von Perchtoldsdorf. Vor allem am Samstagvormittag geh‘ ich dort gern auf einen Cafe oder ein Glaserl Wein. In Mödling bin ich relativ oft im Posthof zu finden – gerade, wenn am Freitag der Bauernmarkt ist, ist es dort am Platz wunderschön zu sitzen. Und, was auch sehr interessant ist: Das Rebstöckl in Brunn am Gebirge – der Heurige Fuchs hat oben, mitten in den Weinbergen, ein paar Bankl’n hingestellt und verkauft Spritzer, belegte Brote oder ein Paarl Würstel und du genießt den Ausblick über ganz Wien.
Weil du ja gerade draußen deine Runde drehst: Wo gehst du denn am liebsten Spazieren oder Wandern?
Ich bin ein Mensch, der sich irrsinnig gern bewegt. Früher war ich mehr im Fitnesscenter, mittlerweile bin ich lieber draußen in der Natur. Ich schaue, dass ich jeden Tag meine Weinberg-Runde gehe – im Optimalfall mit der Gundi, einem Labrador, den ich mir von einer Freundin ausborge. Ich bin als Kind mit den Eltern schon sehr viel gewandert und habe hier einige Lieblingsstrecken, zum Beispiel zur Kammersteinerhütte, zum Salzstanglwirt oder auf den Anninger. Ich gehe aber manchmal über die Bezirksgrenzen hinaus nach Heiligenkreuz und fahre dann mit dem Autobus zurück.

Wie weit gehst du, wenn du die Schuhe geschnürt hast?
Meine 10.000 Schritte, also ungefähr acht bis neun Kilometer, versuche ich jeden Tag zu gehen. Und am Wochenende schaue ich, dass ich größere Touren mache. Ich bin vor ein paar Jahren den Jakobsweg gegangen und da habe ich mir dieses Wandern so richtig angewöhnt. Und man ist ja deppat, wenn man dieses Angebot nicht nützt, das man direkt vor der Nase hat. Wie die Coco Chanell einmal gesagt hat: Die besten Dinge kosten nichts und die Zweitbesten sind sauteuer. Und das stimmt: In den Wald zu gehen, kostet nichts – aber du bekommst dort unglaublich viel Energie und Lebensfreude geschenkt. Das Wunderbare an unserer Gegend ist, dass man immer wieder neue Routen entdecken kann.

Kulturell ist der Bezirk Mödling auch sehr gut aufgestellt…
Wir können froh sein, dass wir den Andreas Rottensteiner haben – der übrigens mit mir in der Klasse war. Er organisiert sehr viele Veranstaltungen in Perchtoldsdorf, zum Beispiel in der Burg, aber auch immer wieder bei diversen Heurigen. Und die Meierei Gaaden ist ebenfalls sehr lässig. Jetzt haben sie dort die „Lieder im Grünen“ veranstaltet – ja, die Meierei ist ein Platz zum Wohlfühlen und kulinarisch sehr zu empfehlen.
Du selbst trittst im September auf der Bühne Mayer in Mödling auf.
Genau, bei der Edda. Ich freue mich sehr, dass wir wieder einmal bei mir im Bezirk auftreten. Im Herbst werden wir auch wieder eine Gala in Perchtoldsdorf veranstalten. Zu Hause sind die Zuschauer bekanntlich besonders kritisch, da muss ich richtig gut sein. Die Leute sehen mich ja am nächsten Tag wieder irgendwo auf der Straße oder beim Heurigen und da möchte ich nicht hören, dass sie unzufrieden waren. Aber bis jetzt hat eh alles gepasst.
Zur Person
Wolfgang „Fifi“ Pissecker, 55, ist Schauspieler, Kabarettist und Regisseur. Berühmt wurde er – gemeinsam mit seinen Schulfreunden Florian Scheuba, Werner Sobotka und Mini Bydlinski – als Teil der Kabarettgruppe „Die Hektiker“, 2009 verarbeitete der begeisterte Wanderer seine Erlebnisse am Jakobsweg im Solo-Debüt „Ich kenn’ Sie! – Wer sind Sie?“. Aktuell teilt sich Pissecker die Bühne mit Tini Kainrath, Rudi Koschelu und Tommy Hojsa, ihr Wienerliedabend „Weanarisch – g’redt, g’spielt, g’sungen“ ist eine Hommage an Pisseckers engen Freund Karl Hodina (für den schon Vater Walter Pissecker Texte geschrieben hatte). Im September steht Fifi als „Anatol“ für die 6. Staffel der ORF-Erfolgsserie „Vorstadtweiber“ vor der Kamera, gedreht wird unter anderem in Perchtoldsdorf.
Termine und Infos: www.pissecker.com

 


Weitere Interview mit Menschen aus dem Bezirk Mödling 

[su_button url=”https://www.bezirkmoedling.at/kategorie/neuigkeiten/menschen-aus-der-region/” style=”soft” background=”#b1dd92″ color=”#ffffff” size=”5″ center=”yes” icon=”icon: search” icon_color=”#ffffff” text_shadow=”0px 0px 0px #ffffff”]findest du hier[/su_button]

Werbung
Werbung

--- MEISTGELESEN ---

Finde hier:

Werbung

--- Zuletzt veröffentlicht ---