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„Es geht nicht nur um den Sport!“

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Obwohl Leichtathletik ein Einzelsport ist, herrscht beim ULC Riverside Mödling großer Teamgeist. Doch der Lockdown in Folge der Corona-Pandemie hat natürlich auch auf die Leichtathleten im Bezirk Mödling schwerwiegende Auswirkungen, wie ULC-Mödling-Obmann Klaus Ondrich im Interview verrät. Besonders betroffen sind die jüngsten Athletinnen und Athleten.
 
ULC Mödling-Obmann Klaus Ondrich im Interview über die Coronafolgen im Sport
 
Was bedeutet der Lockdown für eure Athleten – und zwar nicht nur für die Erwachsenen, sondern auch für den Nachwuchs?
Gerade im Nachwuchsbereich hat der Lockdown massive Einschnitte mit sich gebracht. Speziell für unsere jüngeren Nachwuchsathleten, das heißt die Altersklassen U10, U12 und U14, drehen sich die Trainingseinheiten nicht nur um den Sport, sondern auch um die soziale Komponente. Und durch den plötzlichen Trainingsstopp per 16. März hat unser Nachwuchs bis zu drei Treffen pro Wochen mit Freunden verloren. Da auch der Schulsport verboten wurde, trifft es die Kinder und Jugendlichen besonders hart.
Habt ihr in den vergangenen Monaten eine Möglichkeit gefunden, ein Training zu Hause anzubieten – und wie muss man sich das im Unterschied zum herkömmlichen Training vorstellen?
Unsere älteren Athleten konnten große Teile ihrer Trainingspläne zum Glück auch im Einzeltraining zuhause umsetzen. Speziell die Läufer mussten sich so gut wie gar nicht umstellen. Hier gingen lediglich die gemeinsamen Läufe verloren. Gleichzeitig hatte dadurch aber jede Einzelne beziehungsweise jeder Einzelne die Möglichkeit, sich mehr mit sich selbst zu beschäftigen und auf sich selbst zu konzentrieren.
Für die jüngeren Athleten mussten wir mit Beginn des Lockdowns relativ schnell schalten. Unsere Trainerinnen und Trainer haben die bestehenden Gruppenpläne angepasst, sodass die Inhalte in leicht abgewandelter Form auch zu Hause trainiert werden konnten.
Die größte Umstellung im Vergleich zum regulären Trainingsbetrieb sind sicherlich die sozialen Kontakte, die plötzlich fehlen. Leichtathletik ist zwar per se ein Einzelsport, weil man die Leistung grundsätzlich für sich selbst erbringt. Beim ULC Riverside Mödling haben wir es nichtsdestotrotz geschafft, ein unglaubliches Wir und Miteinander zu erzeugen. Und dieser Aspekt ist von einem Tag auf den anderen abhandengekommen.


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Wie groß ist der finanzielle Schaden jetzt schon und wie lange könnt ihr noch durchhalten?
Welche Forderungen habt ihr, zum Beispiel an die Politik, um euch zu unterstützen?
Am meisten trifft es uns, dass heuer noch keine Eingänge von Externen zu verzeichnen waren. Wir bestreiten unsere laufenden Kosten derzeit also ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen unserer über 300 Mitglieder. Wir sind unseren Mitgliedern sehr dankbar, dass sie uns die Treue gehalten haben und über das gewöhnliche Maß hinaus kaum Austritte während der trainingsfreien Zeit zu verzeichnen waren.
Wir hoffen, dass die Förderungen der Stadtgemeinde Mödling und des Landes Niederösterreich für unser Nachwuchsleistungszentrum sowie die Sponsoren uns ebenso weiter unterstützen, denn ohne diese Unterstützungen wäre unser Angebot an Training und Unterstützungen für die Athletinnen und Athleten keinesfalls aufrecht zu erhalten.
Habt ihr einen Fahrplan, wann der reguläre Wettkampfbetrieb weitergehen wird?
Im Hinblick auf Wettkämpfe muss man realistisch bleiben. Eine Abschätzung, wann es wieder reguläre Leichtathletikmeetings und -meisterschaften geben wird, ist derzeit nicht möglich. Grundlegende Auflagen seitens des Gesundheitsministerium, wie zum Beispiel Abstandsregeln, können bei manchen Bewerben nicht gewährleistet werden. Als Beispiel kann man hier sämtliche Laufbewerbe ab 800 Meter einschließlich Straßenläufe anführen. Andere Disziplinen wie Sprintbewerbe – 100 Meter, 200 Meter – sowie technische Bewerbe sind mit etwas Mehraufwand jedoch auch jetzt schon wieder möglich Unsere Vermutung ist jedoch, dass ein regulärer Wettkampfbetrieb erst wieder in der Saison 2021 möglich sein wird.
Wie kann sich diese langfristige Unterbrechung auf die sportliche Leistungsfähigkeit aus? Es ist schon klar, dass ihr nichts “verlernt” haben werdet – aber es wird wohl eine gewisse Zeit brauchen, bis der alte Rhythmus wieder da ist, oder?
“Hier trennt sich die Spreu vom Weizen” ist ein altbekanntes Sprichwort. Und tatsächlich konnten wir direkt bei Wiederaufnahme des eingeschränkten Trainingsbetriebs feststellen, wer Trainingspläne eingehalten hat und wer nicht. Einige Athletinnen und Athleten kamen nur mit minimalen Schwächen aus der “Trainingspause” zurück. Bei anderen merkte man doch gröbere Probleme, die sich wieder aufgetan haben.
Das Gute ist jedoch, dass speziell im Nachwuchsbereich Athletinnen und Athleten sehr lernfähig sind und verlernte Inhalte mindestens im gleichen Tempo wieder erlernen. Darüber hinaus hat das von unseren Trainerinnen und Trainern angeleitete Training im BSFZ Südstadt eine andere Qualität, das dabei helfen kann, eventuelle Problemfelder schneller auszumerzen.
Wird der Sport nach der Krise der gleiche sein wie vorher? Was könnte sich deiner Meinung nach ändern?
Wir denken, dass das etwas vom betrachteten Zeitraum abhängt. Kurzfristig wird und kann es sicherlich nicht der Fall sein. Mittelfristig wird es aber wieder so sein wie früher. Ein Vorteil beziehungsweise eine Möglichkeit aus der Krise heraus kann sein, dass die Leichtathletik neue und innovativere Lösungen finden wird.
Zum Beispiel?
Die sind neue Wettkampfmodi: Solange man keine Massenstarts durchführen darf, kann angedacht werden, ob im Rahmen eines Mehrkampfes die letzte Disziplin als eine Art Verfolgungsrennen gestartet wird. Durch eine solche Möglichkeit kann man “Corona-Auflagen” einhalten und zusätzlich auch für neuen Wind sorgen.
In vielen Situationen haben wir in Österreich verlernt, aus einer Krise heraus stärker hervorzugehen. Wir befassen uns lieber mehr mit den Problemen und jammern, wie schlecht es uns geht und was wir verloren haben, anstatt den Blick nach vorne zu richten und zu überlegen, was wir denn anders oder besser machen können.

Wie sehr freust du dich auf den ersten Wettkampf nach der Pause?
Wir persönlich freuen uns schon sehr. Es war bereits eine riesengroße Erleichterung und auch Lebensfreude zu spüren, als man Freunde, Trainer- und Vereinskollegen wieder beim Training sehen konnte. Freunde und soziale Kontakte aus anderen Vereinen, speziell jene aus anderen Bundesländern, zu sehen, war bis dato noch nicht wirklich möglich. Spätestens beim ersten Wettkampf wird das noch einmal für ein neues Hochgefühl bei allen beteiligten Personen sorgen.
Weitere Infos über ULC Mödling findest du auf www.ulc-moedling.at

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