Einfach Flo – Und dann kommt die Musik, aus Mödling!

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Sie gehören seit Jahren zu Österreichs erfolgreichsten Pop-Bands. Im Interview mit bezirkmoedling.at erzählen Sänger Florian Ragendorfer und Gitarrist Richard Gillissen, wie sehr der Bezirk Mödling ihre Musik inspiriert, warum die Zusammenarbeit mit Superstar Sido nicht wie erhofft geklappt hat und worauf sie Corona-bedingt verzichten müssen.

Florian und Richard, ihr stammt beide aus dem Bezirk Mödling. Welchen Einfluss hat die Region auf eure Musik?

Florian: Wir würden sicher anders klingen, kämen wir aus Wien, Berlin oder Hamburg. Man merkt in unseren Texten diese Unbeschwertheit und vielleicht sogar eine leichte Naivität in unserer Sicht aufs Leben. Wir sind in einer Blase aufgewachsen und das macht es uns einfach, Texte zu schreiben, die motivierend und leicht verständlich sind. Wir wollen ein gutes Gefühl vermitteln und machen deshalb positive Musik. Wir haben keine großartigen Schicksalsschläge zu verarbeiten, es ist uns nie schlecht ergangen. Und das hört man sicher in unserer Musik.

Richard: Das hat natürlich alles mit Mödling zu tun. Unser ganzes Leben spielt sich hier ab, alle Freunde, unsere Familien leben hier. Wir haben auch nie wo anders gewohnt als hier.

Das Zentrum der österreichischen (Pop-)Musik ist Wien. Habt ihr je daran gedacht, in die Hauptstadt zu übersiedeln, um näher dran zu sein an den großen Radio- und Fernsehstationen und damit in den Medien noch präsenter zu werden?

Richard: Nein, das war nie ein Thema. Wir sind ja nah genug dran an Wien.

Florian: Wir waren aber zuletzt bei einer Plattenfirma in Deutschland unter Vertrag. Und da war die Distanz wohl zu groß. Hätten wir in Berlin gelebt, hätten wir uns wohl öfter mit den Leuten treffen und wichtig Dinge persönlich besprechen können. Aber die Musikszene in Österreich hat eine überschaubare Größe, da ist es im Prinzip egal, wo man wohnt.

Flo, du hast das Label in Berlin angesprochen. Sido, einer der bekanntesten und erfolgreichsten Rapper Deutschland („Bilder im Kopf“, „Tausend Tattoos“), hat euch nach euren ersten Erfolgen persönlich unter Vertrag genommen. So wirklich erfolgreich war diese Zusammenarbeit aber nicht. Woran ist das gelegen?

Florian: Das ist kompliziert zu erklären. Wir waren ja nicht nur bei Sidos eigenem Label, sondern auch bei Sony-Music, einer großen Plattenfirma, unter Vertrag.

Richard: Sie wollten uns musikalisch verändern. Sie haben gesagt, dass unser Stil in Deutschland nicht funktionieren würde. So ist ein Stein ins Rollen gekommen und wurde alles immer schlimmer, bis gar nichts mehr funktioniert hat. Wir waren nie auf einer Wellenlänge und sie haben unseren Standpunkt nie verstanden, dass uns der österreichische Markt und die österreichischen Fans sehr wichtig sind.
Florian: Aber wir sind mit Sido im Guten auseinander gegangen.

Eure ersten Erfolge, zum Beispiel „Helden“ und „Dann kommt die Musik“, habt ihr unter dem Bandnamen Flowrag gefeiert. Mittlerweile nennt ihr euch Einfach Flo – warum?

Florian: Diese Änderung vor zwei Jahren war eine Idee des deutschen Labels. Sie haben gesagt: Unser englischer Bandname passt nicht zu unseren deutschsprachigen Texten. Leider hat diese Zusammenarbeit nur ein Jahr gedauert; sie hat einfach nicht so gefruchtet, wie wir uns das alle vorgestellt haben. Mittlerweile gehen wir wieder getrennte Wege, den neuen Namen haben wir aber behalten.

Genug von der Vergangenheit, lasst uns nach vorne blicken. Was tut sich aktuell musikalisch bei euch?

Florian: Im Jänner haben wir die neue Single „Dein Jahr“ veröffentlicht, die auf Ö3 brav gespielt wird. Jetzt müssen wir abwarten, wie sich die nächsten Monate entwickeln. Wir haben einen neuen Song fertig. Aber der passt erst, wenn es keine Lockdowns mehr gibt.

Worum geht es in diesem neuen Song?

Florian: Er heißt “Road Trip” und es geht um dieses Gefühl der Freiheit, das man erst spüren wird, wenn Road Trips wieder möglich sind.

Wie geht es euch als Musikanten momentan eigentlich? Ihr dürft ja seit Monaten nicht mehr vor Publikum auftreten. Dabei ist der Hauptspaß doch, dass man vor den eigenen Fans spielt, oder?

Florian: Dadurch, dass die Situation schon so lange anhält, drückt es natürlich schon aufs Gemüt.

Richard: Wir schweben in der Luft. Wir sitzen zu Hause herum und irgendwann gehen natürlich sogar uns die Ideen für Texte aus.

Florian: Woher soll die Inspiration kommen, wenn du jeden Tag die gleichen Leute triffst? Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal einen neuen Menschen kennengelernt hätte. Ich weiß auch nicht, wann ich das letzte Mal irgendwo war und etwas erlebt hätte, worüber ich etwas schreiben möchte.

Richard: Es ist seltsam, wenn du keine direkte Interaktion mit deinen Fans hast. Wenn ein neuer Song von uns im Radio gespielt wird, ist das natürlich schön. Aber ich spüre die Reaktion des Publikums nicht.

Apropos Fans: Gerade die, die in Mödling und Umgebung leben, werden euch schon über den Weg gelaufen sein. Ist es persönlich ein Vorteil oder Nachteil, in einer überschaubar großen Stadt zu Hause zu sein?

Florian: Als wir die ersten Hits hatten und die Aufmerksamkeit sehr groß wurde, wurden wir schon öfters angesprochen. Aber wir sind ja schon im Bezirk Mödling in die Schule gegangen. Alleine ich war in drei verschiedenen Schulen. In meiner Altersgruppe, vielleicht auch ein bisschen darunter oder darüber, kannten mich ohnehin schon einige Leute. Außerdem haben wir davor schon in Bands gespielt, zum Beispiel waren wir die Red Ties, und waren in der Mödlinger Szene als Rockband einigermaßen bekannt. Mittlerweile hat sich die Lage wieder normalisiert. Die Menschen kennen uns und sprechen uns auf der Straße nicht mehr an.

In welchen Schulen wart ihr?

Florian: Wir waren miteinander in Maria Enzersdorf in der Volksschule, dann waren wir eine Zeitlang gemeinsam im Sportgymnasium in Maria Enzersdorf. Ich bin dann in Schule in der Bachgasse in Mödling gewechselt und aus dieser Zeit habe ich auch gute Kontakte in die Keimgasse, die ja gleich in der Nähe ist.

Was ist aus euren Sportkarrieren geworden?
Richard: Ich habe nie ernsthaft an eine Sportkarriere gedacht, aber zumindest die Sportmatura gemacht. Ich war aber nie auf eine Sportart spezialisiert.

Florian: Ich war bis zur 6. Klasse im Sportgymnasium und habe viel Tennis gespielt. Damit habe ich aber aufgehört, weil ich lieber Musik machen wollte.

Zur Band:

Sänger Florian Ragendorfer, 27, und Gitarrist Richard Gillissen, 28, gründeten 2013 die Band Flowrag, musikalisch unterstützt werden die Schulfreunde regelmäßig von Pianist Benjamin Zumpfe. 2016 feierten sie mit „Dann kommt die Musik“ und „Helden“ ihre ersten Charthits. 2019 änderten sie ihren Bandnamen auf Einfach Flo; ihre aktuelle Single heißt „Dein Jahr“.


Im Internet: www.instagram.com/einfachflo.musik und www.facebook.com/EinfachFlo.Musik

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