„Der Lockdown hat vielleicht auch positive Folgen“

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Martin Piwald hütet bei der Hockey Gemeinschaft Mödling nicht nur das Tor, er kümmert sich auch um die Kommunikation des Vereins nach außen. Im großen Interview über die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Sport im Bezirk Mödling findet er durchaus auch positive Ansätze für die Zukunft.

Was bedeutet der verordnete Lockdown für die Hockey Gemeinschaft Mödling? Und zwar nicht nur für die Kampfmannschaft, sondern auch für den Nachwuchs – und generell alle Menschen, die von und mit eurem Verein leben?
Wir haben uns in der Woche vor dem Lockdown intensiv mit dem Coronavirus beschäftigt und Vorbereitungen für den Schutz der Spieler, Trainer und Funktionäre getroffen. Mit Inkrafttreten der Corona-Verordnung waren diese Vorbereitungen leider überflüssig. Da zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehbar war, wie lange der Lockdown dauern wird, hat es einige Tage gedauert, bis neue Trainingsmöglichkeiten gefunden wurden. Die größte Schwierigkeit war, dass die Hallensaison erst wenige Tage zuvor geendet hat und die Vorbereitungen für die bevorstehende Feldmeisterschaft gerade angelaufen ist. Im Erwachsenenbereich konnten wir zumindest vier Trainingseinheiten am Feld absolvieren – im Jugendbereich waren es nur zwei. Aber nicht nur im sportlichen Bereich haben uns die Corona-Maßnahmen sehr hart getroffen, auch das Vereinsleben musste auf ein Minimum reduziert werden. Vorbereitungsturniere wurden abgesagt, Vorstandssitzungen nur mehr online abgehalten und Teambuilding-Aktionen konnten nicht durchgeführt werden.

Habt ihr in den vergangenen Monaten eine Möglichkeit gefunden, ein Training für zu Hause anzubieten – und wie muss man sich das ungefähr vorstellen im Vergleich zu einem herkömmlichen Mannschaftstraining?
Mit Beginn des Lock Down wurden allen Aktiven Trainingspläne und Übungsanleitungen für ein individuelles Athletiktraining übermittelt. Nach einigen Zoom-Meetings unter den Trainern war klar, dass man für alle Altersklassen auch ein gemeinsames Workout anbieten möchte. Man kann dies zwar keinesfalls mit einem normalen Training vergleichen, aber es war uns wichtig, Kontakt und Kommunikation aufrecht zu erhalten. Wir waren uns auch einig, dass wir die Zeit nutzen möchte, um die körperliche Fitness zu verbessern. Zweimal wöchentlich haben sich die Athleten online getroffen und unter Anleitung Kräftigungsübungen für unterschiedliche Muskelpartien durchgeführt. Für den Jugendbereich wurden zusätzlich Übungen mit dem Hockeyschläger und „Sockenbällen“ kreiert, die die Spielerinnen und Spieler auch daheim nachmachen konnten.


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Habt ihr einen Fahrplan, wie und wann es mit dem regulären Spielbetrieb weitergeht?
Ende April wurde die laufende Meisterschaft im Erwachsenenbereich annulliert und die Meisterschaft im Jugendbereich auf eine Runde im Herbst 2020 reduziert. Im Zuge der Lockerungsmaßnahmen am 15. Mai wurden von der Sport Austria und dem Österreichischen Hockey Verband in einer Task Force „Teamsport“ Richtlinien ausgearbeitet, wie wir zumindest einen eingeschränkten Trainingsbetrieb wieder aufnehmen können. Seitdem trainieren wir im Erwachsenenbereich zweimal wöchentlich in Gruppen zu maximal zehn Personen inklusive Betreuer und müssen diverse Vorgaben, wie zum Beispiel den Sicherheitsabstand von 2 Metern oder das Desinfizieren der Hände und Sportgeräte vor und nach dem Training, einhalten.
Derzeit hoffen wir auf eine positive Entwicklung in den Bemühungen für einen uneingeschränkten Trainingsbetrieb, um die Meisterschaft im September aufnehmen zu können – wir sehen den Lockerungen durch den Sportminister in den nächsten Wochen gespannt entgegen, um zur Normalität zurückzukehren.
Wie kann sich diese langfristige Unterbrechung auf die sportliche Leistungsfähigkeit aus? Es ist schon klar, dass ihr nicht “verlernt” habt, aber es wird wohl eine gewisse Zeit brauchen, bis der alte Rhythmus wieder da ist, oder?
Neben den negativen Aspekten hat der Lockdown vielleicht auch positive Auswirkungen auf die sportliche Leistungsfähigkeit gehabt. Durchschnittlich steht ein Bundesligaspieler bei den Herren zwischen 40 und 45 Wochen pro Jahr am Hockeyplatz (Anm.: Feld- und Hallenhockey). Durch die Einschränkungen aufgrund des Coronavirus war es nun erstmals möglich, dem Körper nach einer intensiven Hallensaison eine längere Regenerationsphase zu geben und danach gezielt Grundlagentraining zu machen. Ob sich dies positiv auf die Leistung auswirkt, wird man aber erst nach Beginn der Meisterschaft im Herbst sehen.
Wird der Sport nach der Krise der gleiche sein wie vorher? Was könnte sich deiner Meinung nach ändern?
In ein paar Jahren wird niemand mehr über die abgebrochene Meisterschaft aufgrund von Corona sprechen. Bis dahin wird Corona aber ein Gesprächsthema bleiben – vor allem, weil aufgrund des Abbruchs der Saison 2019/2020 die Vorjahresmeister auch in der kommenden Saison an den internationalen Bewerben teilnehmen werden. Aufgrund der immer schnelleren Lockerungen hoffe ich persönlich, dass im Herbst auch wieder Zuschauer bei den Meisterschaftsspielen zugelassen sind und wir auch in einer Randsportart wie Landhockey nicht vor leeren Rängen spielen müssen.

Wie sehr freust du dich aufs erste Spiel nach der Pause?
Da ich seit meinem 8. Lebensjahr Landhockey spiele und vor allem das Kräftemessen mit anderen Mannschaften in Form von Meisterschaftsspielen sehr schätze, freue ich mich schon auf den Neustart im Herbst.
 

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