ARGE Papageienschutz droht Rauswurf: 180 Papageien im Bezirk Mödling bald Obdachlos?

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Wir haben beim Wiener Tierschutzverein nachgefragt und folgende Antworten erhalten!
Räumungsklage: ARGE Papageienschutz droht Rauswurf aus dem Wiener Tierschutzverein 
Die 180 Papageien der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Papageienschutz sind seit 2008 im Wiener Tierschutzhaus in Vösendorf untergebracht. Die anspruchsvollen Wildtiere wurden von der ARGE Papageienschutz aus schlechten Haltungssituationen gerettet, von überforderten PrivathalterInnen übernommen oder nach Beschlagnahmungen der zuständigen Behörden
aufgenommen und werden von der hochspezialisierten Tierschutzorganisation unter extrem hohen Standards versorgt. „Nun sind die aus der Not geretteten Vögel wieder in großer Not. Doch zum ersten Mal wurden sie durch einen Tierschutzverein in diese Notlage gebracht“, zeigt sich Mag.a Nadja Ziegler, Zoologin und Präsidentin der ARGE Papageienschutz entsetzt.
Zu den Vorwürfen der ARGE Papageienschutz nimmt der Wiener Tierschutzverein (WTV) wie folgt Stellung:
Die Arbeitsgemeinschaft Papageienschutz befand sich im Jahr 2008 in einer Notsituation, da die Unterbringung von damals zirka 40 Papageien in Wiener Neustadt nicht mehr sichergestellt war. Der Wiener Tierschutzverein (WTV) kam der ARGE damals mit einem vorübergehenden Austauschkonzept zu Hilfe – wie immer – spontan und unbürokratisch. Es war allerdings niemals geplant, den Verein derart lange unterbringen zu müssen, dennoch gestattete der WTV der ARGE Papageienschutz kulanter Weise und mietfrei den Verbleib für mehrere Jahre.
Der Verein ARGE Papageienschutz ist fassungslos über die “überraschende” Räumungsklage seitens des WTV
Von Anfang an war klar, dass der Mietvertrag einmal auslaufen würde und die ARGE bemühte sich redlich, einen neuen Platz für ihr Papageienheim zu finden. Konkrete Objekte bzw. Flächen in Berhardsthal, Gutenstein, Schiltern und Bisamberg wurden als Standorte in Betracht gezogen, es gab auch bereits Architektenpläne – letztendlich sprachen jedoch bauliche, sachliche oder finanzielle Gründe gegen eine Realisierung. Im Herbst des Vorjahres konnte endlich ein passendes Pachtgrundstück am Rand von Wien gefunden werden. Mit Hilfe von Sponsoren und Spendern soll auf dem neuen Gelände ein modernes, artgerechtes Schutzzentrum für die intelligenten und vom Aussterben bedrohten Wildvögel entstehen.
„Bereits im vergangenen Sommer war klar, dass der Mietvertrag auslaufen würde, bevor das neue Papageienschutzzentrum bezugsbereit ist. Daher suchten wir verzweifelt nach einem
Zwischenquartier“, so die Gründern des Papageienschutzvereins, Nadja Ziegler. Eine stillgelegte Fabrik im 23. Bezirk bot sich an – zwei Expertenteams begutachteten die technischen Einrichtungen und kamen letztlich zum Schluss, dass eine Sanierung für kurze Zeit viel zu teuer und nicht zielführend wäre. Dies wurde der Präsidentin des Wiener Tierschutzvereins, Dr.in Madeleine Petrovic, vor Weihnachten mitgeteilt – da war allerdings keine Rede von dem, was jetzt per Post eintrudelte: die Räumungsklage! Bis Ende Februar sollen die mittlerweile 180 Papageien die gemieteten Räumlichkeiten des Wiener Tierschutzvereins verlassen. Wohin, das scheint die VertreterInnen des Wiener Tierschutzvereins nicht zu interessieren. „Es ist unfassbar: Was ist das für ein Tierschutzverein, der 180 hilfsbedürftige, teilweise alte und kranke Tiere einfach vor die Tür setzt? Wir können unsere Schützlinge ja nicht einfach in Luft auflösen. Wir brauchen zumindest ein paar Monate, um ein passendes Zwischenquartier zu finden und das verzögert natürlich die Realisierung des neuen Zentrums“, so Ziegler.
Zu den Vorwürfen der ARGE Papageienschutz nimmt der Wiener Tierschutzverein (WTV) wie folgt Stellung:
Schon 2014 Eigenbedarf angemeldet
Bereits im Jahr 2014 hatte der WTV der ARGE Papageienschutz die Notwendigkeit einer Eigennutzung der von der ARGE besetzen Räumlichkeiten mitgeteilt, da die bekannte Altlast der Baustruktur des Wiener Tierschutzhauses immer mehr zusetzte. Leider stieß auch damals diese Maßnahme trotz mehrerer Gespräche im Vorfeld bei der ARGE Papageienschutz auf Unverständnis und eine unwahre, mediale Retourkutsche. Letztlich wurde seitens des WTV dennoch eine Konsenslösung angeboten und die ARGE zahlte seit diesem Zeitpunkt einen Mietzins für die Nutzung der Räumlichkeiten. Allerdings wurde im Zuge dieses Kulanzangebotes auch eine mittel- bis langfristige Auflösung der Kooperation besprochen und einvernehmlich vereinbart.
Kulanzangebot drei Mal verlängert
Die Beendigung dieser Kooperation wurde seitens des Wiener Tierschutzvereins kulanter Weise immer wieder verschoben und mittlerweile schon drei Mal verlängert. „Seit Beginn dieser Kooperation haben sich viele wirtschaftliche und bauliche Gegebenheiten im Wiener Tierschutzhaus geändert. Mittlerweile ist unser Haus durch die Altlast massiv bedroht. Es liegen relevante Gebäude-Schäden vor, die ohne hausinterne Umstrukturierungen zur Schließung des gesamten Tierschutzhauses führen können. Daher war es uns leider unmöglich, den Kooperationsvertrag ein weiteres Mal zu verlängern“, sagt Madeleine Petrovic, Präsidentin des Wiener Tierschutzvereins.
Poker auf Zeit seitens der ARGE Papageienschutz
Diese Umstände waren der ARGE Papageienschutz also seit Langem bekannt. Leider hat die ARGE Papageienschutz die dringende Suche nach einer Alternative nie ernsthaft wahrgenommen, obwohl der Wiener Tierschutzverein eine solche sogar noch unterstützt hat. Die aktuelle Vorgehensweise der ARGE als unfair zu bezeichnen, erscheint mittlerweile stark untertrieben.
Die ARGE Papageienschutz hat zudem beste Kontakte zur Stadt Wien und diese müsste bei all ihren Immobilien und Tierschutz-Einrichtungen sicher ausreichende Kapazitäten kurzfristig zur Verfügung stellen können. Angesichts der Tatsache, dass das gesamte kontaminierte Grundstück, auf dem der WTV steht, der Stadt Wien gehört, wäre dies nur recht und billig.
Petrovic: „Ich wurde damals, als wir in der Not geholfen haben, vor der ARGE Papageienschutz gewarnt. Bereits damals vermuteten langjährige KennerInnen der Tierschutz-Szene, dass die ARGE niemals wirklich versuchen würde, eine dauerhafte Lösung zu finden, wenn sie einmal in Teile des WTV-Areals einziehen könnte. Ich habe ihnen aber vertraut und bin jetzt sehr enttäuscht über diesen Bruch des Vertrauens“.
Da der WTV auch eine eigene Vogel-Station betreibt, kann natürlich danach getrachtet werden, ARGE-Papageien in den WTV- Bestand zur Vermittlung zu übernehmen. Aber die weitere Vermietung an einen anderen Verein mit eigenen Bedürfnissen in jenem Trakt des Hauses, der noch am wenigsten von der Altlast betroffen ist, ist unmöglich. Der Wiener Tierschutzverein ist gerne bereit, sämtlichen MedienvertreterInnen die tatsächlichen Missstände bei einer Begehung zu zeigen. Zudem verweist der Verein auf die Empfehlung des Gutachters aus dem Jahr 2014 den Standort des Tierschutzhauses auf dem Grundstück Nr. 878/12 (Katastralgemeinde Vösendorf) sobald als möglich aufzugeben. Bei heutigem Wissensstand wäre der Bau eines Tierschutzhauses auf einem kontaminierten Altlast-Areal ohnehin kaum mehr realisierbar. Bei mittel- bis langfristig anhaltender Gefahr eines schwer abschätzbaren Mobilisierungs-Risikos für Schadstoffe aus dem Untergrund sprechen nach Meinung des Gutachters nicht nur ökotoxikologische oder toxikologische, sondern vor allem sozialpolitische, sowie öffentlichkeits- und umweltrelevante Überlegungen dafür, sobald als möglich einen Ersatzstandort für das Tierschutzhaus zu finden.
 
 

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