An jedem Teich ein Rettungsschwimmer

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on pinterest
Werbung

Mit dem Projekt „An jedem Teich ein Rettungsschwimmer“ möchte Bezirk Mödling in Kooperation mit der Wasserrettung Perchtoldsdorf auf die akute Zahl der Nichtschwimmer hinweisen und Informieren was im Ernstfall zu tun ist.
Rund 30 Ertrinkungstote gibt es jedes Jahr in Österreich, rund ein Drittel davon sind Kinder im Alter von 1 bis 5 Jahren, zwei im Alter von 6 bis 15 Jahren. Auf einen Todesfall nach einem Badeaufenthalt kommen rund 14 stationäre Krankenhausaufenthalte, 3 davon landen auf der Intensivstation, eine/r überlebt mit einer schweren geistigen Behinderung. (Quelle: „Verein Große schützen Kleine“)
50% der Unfälle passieren in den Monaten Juli und August. Knapp ein Drittel der Badeunfälle passieren im öffentlichen Schwimmbad, rund ein Viertel im Pool Zuhause, der Rest in offenen freien Gewässern.

Fast 700.000 Österreicherinnen und Österreicher (rund jede/r 5te) können nicht oder kaum schwimmen, so eine Studie des Kuratoriums für Verkehrssicherheit aus dem Jahr 2019 (https://www.kfv.at/so-schwimmt-oesterreich/). Dass die Ertrinkungsgefahr allgegenwärtig ist, erscheint somit logisch – wenngleich viele Unfälle unbeobachtet oder der breiten Öffentlichkeit verborgen bleiben.
Unser Bezirk Mödling verfügt über 4 größere künstliche Freibäder (Perchtoldsdorf, Mödling, Laxenburg, Gumpoldskirchen), sowie das Kinderfreibad Lerchenhöhe in Brunn. Etwa gleich viele Badestellen gibt es in Freigewässern – u.a. entlang der B17, davon nur wenige unter institutioneller (Wasserrettung oder Bademeister) Beaufsichtigung (100tage Sommer Brunn, Kahrteich Wiener Neudorf). Der Badeteich Ozean und Windradlteich in Guntramsdorf ist zwar bewirtschaftet, hat aber keine klassische Badeaufsicht. Zusätzlich gibt es einige Freigewässer, die unerlaubt zum Baden verwendet werden.
Dass es daher auch in unserem Bezirk jedes Jahr zu zahlreichen Badeunfällen kommt ist nachvollziehbar. Auch wenn zuletzt nicht jedes Jahr Tote zu beklagen waren – die Feuerwehren und Rettungsdienste verzeichnen zahlreiche einschlägige Einsätze – zum Schutz der Betroffenen werden viele davon nicht öffentlich. Zudem schätzen auch offizielle Bäder keine negative Berichterstattung.
In 4 von 5 Badeunfällen sind Laien oder andere Badegäste die ersten, die einen solchen wahrnehmen. Gut, wenn dann von diesen Personen Bademeister oder Wasserrettung verständigt werden können (sofern vor Ort) und eine professionelle Rettungskette in Gang setzen, doch im Ernstfall zählt jede Sekunde – bei plötzlichem Untergehen kommt das Gehirn max. 60 Sekunden ohne Sauerstoff aus, Faktoren wie kaltes Wasser, Alter und Konstitution können den Verfall des Gehirns verzögern.
Aus diesem Grund startet Bezirk Mödling gemeinsam mit der Wasserrettung Perchtoldsdorf das Projekt „An jedem Teich ein Rettungsschwimmer“ – wobei hiermit kein offizieller Auftrag verbunden ist. Vielmehr wollen wir Sie/dich als ebenfalls anwesenden Badegast oder Passanten darauf vorbereiten zu wissen, was im Ernstfall “professionell” zu tun ist.
Bezirk Mödling und die Wasserrettung Perchtoldsdorf laden dich ein, dein Wissen über das richtige Handeln im Ernstfall noch mehr zu erweitern. Wir bieten dir die Ausbildung zum „Österreichischen Rettungshelfer“ (ab 13 Jahren möglich), und in Folge zum „Österreichischen Rettungsschwimmer“ (ab 16 Jahren) an.

Die entsprechenden Kurse dauern jeweils 6 Mittwoch Abende und finden bei der Wasserrettung im FZZ Perchtoldsdorf statt. Die 16 stündige Ausbildung endet nicht nur mit einer offiziellen Prüfung, sondern beinhaltet neben den notwendigen Schwimm- und Rettungstechniken auch ein großes Maß an Vermittlung von Praxiswissen, Tipps und richtigem Verhalten.
Du sollst im Fall der Fälle wissen, wie du bestmöglich helfen und auch retten kannst! Auch wenn du selbst nur durch Zufall oder als unbeteiligter Badegast oder Passant anwesend bist.
Der nächste Rettungshelfer und Rettungsschwimmerkurs startet am 4. März 2020, der letzte Kurs vor dem Sommer am 13. Mai 2020. Alle Infos dazu (Kosten, Vorbedingungen, etc.), sowie eine Anmeldmöglichkeit findet man auf der Homepage der Wasserrettung Perchtoldsdorf unter https://www.ertrinken.at/ausbildungen/oesterreichische-rettungsschwimmzeichen-erlangen/

Wir haben Ralph Hamburger von der Wasserrettung Perchtoldsdorf gefragt, was im Ernstfall jede/r tun kann.
Du entdeckst an einer Naturbadestelle eine Person in Not, auch wenn du weiter davon entfernt bist? Merke dir den Platz, an dem du dich gerade befindest und zeige mit einem Arm in Richtung der betroffenen Person. Fixiere und merke dir den Punkt am Ufer (Peilung aufnehmen), den dein Arm hinter der direkten Linie zum Opfer anvisiert. Rufe laut: „Person in Not – Peilung „Fixierungspunkt (z.B.: 4ter großer Baum von links)“.

Nicht nur, dass du damit die Aufmerksamkeit anderer Personen auf das Geschehen lenkst – vielmehr kannst du anrückenden (Rettungs-)Kräften im Fall des Untergehens des Opfers eine gute Ortung der Unfallstelle mitgeben, und dadurch etwaige Suchmaßnahmen wesentlich erleichtern. Denn ohne Peilung ist das Merken einer Stelle auf einem Gewässer nicht möglich.

Werbung
Werbung

--- MEISTGELESEN ---

Finde hier:

Werbung

--- Zuletzt veröffentlicht ---