Acht Katzen im Bezirk Mödling ausgesetzt

Vösendorf, 13. Juni 2019

„Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandelt“, soll Mahatma Gandhi einmal gesagt haben. Stimmt dieses Zitat, so ist es um Österreich derzeit wohl eher schlecht bestellt. Denn es sind Akte grausamster Tierquälerei, die sich an den ersten richtig heißen Tagen dieses Jahres abspielen. Die Hitze dürfte so manchen rücksichtslosen Menschen deutlich zu Kopf steigen. Anders ist es nicht zu erklären, dass innerhalb von nur wenigen Tagen insgesamt acht Katzen ihrem Schicksal überlassen wurden.

Hirnlos und rücksichtslos

Zwei Katzendamen wurden von Unbekannten vor dem Waldgasthaus Bockerl in Mödling (Niederösterreich) in der Gluthitze abgestellt. Die Kartons waren zugeklebt, um die Tiere an der Flucht zu hindern und lediglich mit ein paar Luftlöchern versehen – regelrechte Backöfen angesichts der aktuellen Wetterlage. Für die beiden Miezen bestand dadurch Lebensgefahr. „Hirnlos, rücksichtslos und grausam. Anders lässt sich diese Tat beim besten Willen nicht beschreiben“, sagt Madeleine Petrovic, Präsidentin des Wiener Tierschutzvereins (WTV). Zum Glück entdeckte eine Passantin die Tiere, öffnete die Kartons und brachte sie umgehend in den WTV nach Vösendorf. Wie es scheint, auch keinen Moment zu spät. Denn die Tiere hechelten und speichelten bei ihrer Ankunft extrem, daher wurde ihnen umgehend Wasser angeboten, was sie auch gierig annahmen.

Nach einer kurzen Erholungsphase wurden „Thelma“ und „Louise“, wie die beiden circa zweijährigen Katzenmädchen mittlerweile getauft wurden, eingehend tierärztlich untersucht. Bis auf Ohrmilben wurden zum Glück keine Beschwerden festgestellt. Das Duo wurde geimpft, gechipt und gegen Parasiten behandelt und ist mittlerweile im Katzenhaus des WTV untergebracht.

Sechs ungewollte Kätzchen

Nur wenig später entdeckten Passanten in Vösendorf auf einem Schotterparkplatz eine Schachtel, in der sich junge Kätzchen befanden. Unbekannte hatten sich ihrer entledigt. Einige Tiere konnten sich aber allem Anschein nach selbst daraus befreien und hatten sich in Panik auf einen Baum geflüchtet, wo sie ohne fremde Hilfe nicht mehr herunterklettern konnten. Gemeindebedienstete, die gerade dabei waren, den Rasen daneben zu mähen, kamen zu Hilfe, bargen alle Kitten und brachten sie anschließend in den WTV.

Auch der veterinärmedizinische Check dieser insgesamt sechs Jungkatzen (darunter zwei Männchen und vier Weibchen), die circa auf acht Wochen geschätzt werden, ergab bis auf Milbenbefall keine Verletzungen oder Erkrankungen. „Bruce“, „Freddy“, „Cher“, „Madonna“, „Celine“ und „Whitney“, wurden entmilbt, geimpft und gechipt und haben nun im Katzenhaus ein großes Zimmer bezogen, wo die Rasselbande auch bereits herumtobt.

„Es grenzt an Wahnsinn, dass man in modernen Zeiten wie diesen immer wiederholen muss, dass das Aussetzen von Tieren eine strafbare Handlung und strengstens verboten ist. Zudem ist es eine unmenschliche Grausamkeit und einer zivilisierten Gesellschaft nicht würdig“, so Petrovic.

Die Katzen warten jedenfalls nach Ablauf der gesetzlichen Fristen auf neue, liebevolle Menschen, die ihnen zeigen, dass nicht alle Menschen verantwortungslose Lebewesen sind. Im Moment können allerdings noch keine genauen Angaben zum Vergabezeitpunkt der Tiere gemacht werden. Reservierungen sind nicht möglich.

Bild ist ein Symbolbild

Text – Wiener Tierschutzverein

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