50 Jahre danach: „Da Hofa“-Mordfall bleibt ungelöst

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Mit „Da Hofa“ läuteten Sänger Wolfgang Ambros und Texter Joesi Prokopetz 1971 den Austropop ein. 50 Jahre danach gibt es eine musikalische Fortsetzung der makabren Geschichte um die „Leich‘“, die „da Hofa“ ist. Zu Hause im Bezirk Mödling erzählt uns Joesi Prokopetz, wie es jetzt zu „Aktenzeichen 71/21“ kam.

Der gebürtige Wiener Joesi Prokopetz, ebenso wortgewaltiger wie gewitzter Autor und Kabarettist, wohnt seit mehr als 18 Jahren in Brunn am Gebirge. Hier schrieb er nun einen Nachfolgetext zum legendären Austropop-Klassiker „Da Hofa“. Die neue Single „Aktenzeichen 71/21“ verrät flott und unterhaltsam, wie die Geschichte weitergegangen ist, nachdem vor 50 Jahren „a Leich im Rinnsal“ gefunden wurde.

Joesi, wie seid ihr auf die Idee gekommen, ein halbes Jahrhundert nach Erscheinen der legendären Single „Da Hofa“ eine Fortsetzung aufzunehmen?

Es wird der Tatsache Rechnung getragen, dass das Lied 50 Jahre alt ist. Ich habe mich einfach hingesetzt und – mit einem gewissen Augenzwinkern – einen neuen Text geschrieben. Er hat dem Wolfgang gut gefallen und deshalb hat er ihn vertont.

Du hast in den Text sehr viele aktuelle Begebenheiten verpackt: den Geheimdienst BVT, den Untersuchungsausschuss, die Debatte, ob Sprache gegendert werden soll. Durch diese viele Anspielungen klingt der Text wie ein Nestroy-Couplet.

Natürlich. In diese Richtung habe ich mich ja künstlerisch entwickelt. Damals war ich keine 20 und heute bin ich, nun ja, noch keine 70. „Da Hofa“ hatte damals im Prinzip keinen Bezug zu direkten Begebenheiten. Aber die Nummer war – auch wenn ich das Wort hasse – gesellschaftskritisch, die neue Single ist satirischer.

Wie hat „Da Hofa“ 1971 dein Leben verändert?

Ich wollte immer schon Dichter werden. Nach dem außerordentlichen Erfolg dieser Nummer konnte ich es tatsächlich werden – gegen alle Einwände meines Vaters, der befürchtet hat, dass ich in der Gosse enden werden. Wie man sieht, war es keine falsche Entscheidung.

Wie groß war der Einfluss auf die österreichische Musikszene?

Viele Menschen sagen, „Da Hofa“ – und vor allem der Text des Liedes – habe den Austropop eingeläutet. Manche bezeichnen mich deshalb als Vater oder Erfinder des Austropop. Das kann ich selbst nicht beurteilen. Aber der Erfolg dieser Single hat natürlich das Leben von Wolfgang und mir insofern beeinflusst, als wir beide beschlossen haben, alle Brücken hinter uns abzubrechen und Künstler zu werden. Ich habe zum Beispiel beschlossen, auf ein Antreten bei der Wiederholung meiner Mathematik-Matura zu verzichten…

Ein spannender biografischer Fakt wird in der neuen Single angesprochen: der „Hofa“ hatte 1971 keinen Vornamen – warum eigentlich nicht?

Der Name wurde gefunden, als ich beim Texten an die entsprechende Stelle gekommen bin: „da xxx wor’s“. Ich habe das Telefonbuch irgendwo aufgeschlagen, habe den Namen Hofer gesehen und das war es dann. Hätte ich das Telefonbuch bei Oberwallner aufgeschlagen, wäre die Nummer kein Hit geworden…

Wie hat sich deine Beziehung zu Wolfgang Ambros im Lauf der Jahrzehnte entwickelt?

Wir haben früher jahrelang jeden Tag miteinander verbracht. Aber irgendwann hat das Leben den einen in die eine und den anderen in eine andere Richtung geführt. Aber wir nach wie vor befreundet.

War es schwer, ihn von dieser Idee zu einer Nachfolge-Single zu überzeugen?

Überhaupt nicht. Ich hätte gleich beim geringsten Widerstand seinerseits aufgegeben. Es wäre mir zu mühsam gewesen, auf ihn einzureden. (lachtI).

Musikalisch ist „Aktenzeichen 71/21“ wesentlich flotter als das Original – warum?

Der Charakter des Liedes ist heute ganz anders als damals, aber es sind – wenn man genau hinhört – einige musikalische Zitate des Originals drinnen. Es freut mich, dass die Nummer so flott und modern geworden ist. Das liegt nicht zuletzt daran, dass der Wolfgang seinen Sohn Matthias als Produzenten engagiert hat. Sie haben Nummer auch beim Matthias im Studio in Pressbaum aufgenommen.

Kann die neue Single ein ähnlicher Hit werden wie „Da Hofa“ 1971?

Das weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass im Herbst 1000 Vinyl-Singles für Sammler auf den Markt kommen sollen und es dann auch irgendwann im September eine Präsentation im Wiener Kriminalmuseum geben soll. Wichtig ist, dass wir das 50-jährige Jubiläum nicht sang- und klanglos an uns vorbeigehen lassen.

Zur Geschichte:

Die im Wiener Dialekt gesungene Single „Da Hofa“ erschien 1971 erstmals als Single und machte den damals 19-jährigen Wolfgang Ambros auf einen Schlag berühmt. Der Text des Austropop-Klassikers stammte vom ebenfalls 19-jährigen Joesi Prokopetz, der für Ambros in weiterer Folge unter anderem Texte wie „Es lebe der Zentralfriedhof“ und „Der Watzmann“ ruft.

„Aktenzeichen 71/21“ erscheint im Herbst als limitierte Vinyl-Single bei „Stamping Ground Records“, einem Label des Seiler-&-Speer-Managers Fritz Strba. Musikalisch unterstützt wurde Wolfgang Ambros von seinem Sohn Matthias und von Daniel Fellner, die beide zur Band von Seiler & Speer gehören.

Titelbild: Gary Milan / Cover Aktenzeichen 71-21

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