1.000 neue Bäume für Mödling

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Stadt bietet Baumpartnerschaften an und sucht finanzielle Unterstützer.
Der Weltklimarat will die Erderwärmung bis 2050 auf 1,5 Grad begrenzen. Ein erreichbares Ziel, sagen Forscherinnen und Forscher. Ihr Vorschlag: Bäume pflanzen!
Der Grundgedanke, der im Mödlinger Stadtwald schon mit seinen Totholzhabitaten, die als „CO2-Senken“ wirken, und dem ersten „Klimawald“ in Niederösterreich erfolgreich umgesetzt wurde, soll nun bei den Stadtbäumen in Form von klimaaktiven Grünachsen und Grüninseln zielführend weiterentwickelt werden. Denn ein gesunder, erwachsener Baum besitzt dieselbe Kühlleistung wie 10 Klimaanlagen.
Daher hat sich die Stadtregierung zum Ziel gesetzt, insgesamt 1.000 neue Bäume in Mödling zu pflanzen. Und die ersten neuen Bäume wurden bereits gesetzt. Insgesamt 22 Bäume wurden bereits neu gepflanzt. In Planung für die nächsten Wochen sind 15 Bäume beim Altersheim, drei Bäume auf dem Areal der Familie Hasslinger und drei Bäume an der Guntramsdorfer Straße. Dazu kommen als optische Dekoration insgesamt fünf Palmen in der Fußgängerzone.
Für 2021 sind unter anderem größere Pflanzaktionen entlang des Bachs vorgesehen, etwa auf Höhe des Stadions und der Sportanlage des Gymnasiums Untere Bachgasse. Die zusätzliche Beschattung nimmt der Bachfauna und -flora den Hitzestress beim sommerlichen Niederwasserstand, unterstützt die Biodiversität und fördert das Herunterkühlen der Wasser- und Erholungsachse, die Mödling von West nach Ost durchquert.
Ebenso werden mobile Bäume in Trögen unter anderem für den hart gepflasterten Vorplatz beim Museum vorbereitet. Gedacht ist an Feldahorne, die den Transport und einen periodischen Platzwechsel weitgehend entschuldigen, eine schattenspendende Rundkrone bilden, durchaus Hitze vertragen und auch klimawirksam sind. Mit dieser Schwerpunktaktion sind nicht unbeträchtliche Ausgaben verbunden: Ein Straßenbaum mit einer Baumscheibe, die allen zeitgemäßen Anforderungen entspricht, kostet alles zusammen bis zu 4.000 Euro. Das „Mödlinger Baumschutzkonzept“ sieht unter anderem ausreichen große Baumscheiben, Bodenaustausch mit Spezialsubstrat, Belüftung, gegebenenfalls Bewässerung und vor allem eine professionelle, aufwendige Anwuchsbetreuung in den ersten drei bis fünf Jahren vor.
Hitzeresistente Bäume sind die Zukunft.
Einige unserer gängigen Stadtbaumarten leiden aufgrund des Klimawandels immer stärker unter Trockenstress und werden zunehmend durch Krankheiten und Schädlinge geschwächt. Wichtige Kriterien für die Auswahl zukunftsträchtiger Stadtbaumarten sind Trockenstresstoleranz und Hitzeresistenz, aber auch Frosthärte sowie eine geringe Anfälligkeit für Schädlinge oder Krankheiten. In Fachkreisen werden Versuchsbäume getestet, u.a. Baumarten aus Südosteuropa, wo sie durch ihre kontinentale Prägung besser an Extreme angepasst sind.


Lies auch: Mödlinger Bäume werden “Hitzefit”


Im Mödlinger Stadtwald wird es mittelfristig einen zweiten „Klimawald“ in der Nähe des Waldkindergartens geben, abgeleitet vom Waldentwicklungskonzept und in Anlehnung an den ersten Klimawald etwas oberhalb der „Breiten Föhre“. Die Baumarten, die dort ausgepflanzt wurden bzw. werden, werden sich auch im Klimawandel in den nächsten Jahrzehnten durchsetzen. Eine Verschiebung in Richtung wärmeliebenden Laubwald mit Eichen und ursprünglichen Schwarzkiefern ist zu erwarten.
Unterstützung der Bevölkerung gefragt.
Da für die geplanten 1.000 Bäume an den Straßen und in den Parkanlagen Mödlings nicht genügend Platz ist, wurden drei Modelle für die Förderung klimawirksamer Bäume entwickelt, bei der alle Mödlingerinnen und Mödlinger mitmachen können:

  1. Baumpartnerschaft:
    In Ihrem Garten steht ein wertvoller Altbaum, den es zu erhalten gilt. In der Gartenstadt Mödling wachsen sehr viel Bäume auf privaten Grundstücken. Den Eigentümern schöner, großer Bäume ist vielfach gar nicht bewusst, welch funktionale Bedeutung ihr Baum hat und nur allzu oft werden Bäume umgeschnitten, weil man unbegründete Angst vor versicherungstechnischen Problemen hat.
    Dabei können solche in die Diskussion gekommene Bäume mit professioneller Beratung und Unterstützung häufig gerettet werden, sodass sie noch etliche Jahre Ihre Funktion für das lokale Kleinklima weiter erfüllen können. Im Rahmen der Mödlinger Baumpartnerschaft helfen die Baumspezialisten der Stadtgärtnerei mit Rat und Tat und vermitteln Profis für Pflegemaßnahmen.
  2. Baumpatenschaft öffentlich:
    Sie möchten einen Baum im öffentlichen Raum mitfinanzieren und eventuell auch mitbetreuen. Im öffentlichen Raum (straßenbegleitend, in Parkanlagen etc.) stehen etwa 6.000 Baumgruppen, was ungefähr 6.800 Einzelpflanzen entspricht.
    Laufend werden überalterte, durch Baumaßnahmen verletzte oder kranke Bäume ersetzt, wobei die Regeln des „Mödlinger Baumschutzkonzeptes“ zum Tragen kommen. Vor allem der Ausgestaltung der Baumscheiben und -gruben, der Substratverwendung und Baumartenauswahl wird besonderes Augen-merk gelegt. Gesetzt werden „Bäume der Zukunft“, die dem Klimawandel gewachsen sind.
    Sie können sich für einen Baum, der demnächst ausgepflanzt werden soll, interessieren. Sie können bei der Finanzierung helfen und/oder laufende Pflegeaufgaben, wie die Bewässerung an heißen Sommertagen, übernehmen.
  3. Baumpatenschaft privat
    Sie haben Platz in Ihrem Garten und die Stadtgärtnerei unterstützt Sie bei der Pflanzenwahl. Aufmerksamen Gärtnern ist es nicht verborgen geblieben: Der Klimawandel macht sich auch bereits in den privaten Gärten bemerkbar. Das Projekt „Klimagarten“ der Mödlinger Stadtgärtnerei will nun die Mödlinger Gartenbesitzer dabei unterstützen, ihre Gärten „klimafit“ zu machen.
    Zwei wichtige Positionen der Checkliste sollen hier angeführt werden: die klimarelevante Pflanzenauswahl und die 1/3-Überschrimung der Gartenfläche. Sollte Ihnen ein Baum „fehlen“, dürfen Sie sich gerne an die Stadtgärtnerei wenden, die Ihnen einerseits gute Empfehlungen geben kann und Sie andererseits bei der Beschaffung eines geeigneten Baumes unter-stützt.

Bild /Bernhard Garaus : Die Stadträte Leo Lindebner (3. von links) und Otto Rezac (rechts) mit Gärtnermeister Norbert Rauch (4. von links) und Mitarbeitern der Stadtgärtnerei in der Quellenstraße bei den sechs neuen Feldahornen. 

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